| | 2.
August 2010 Brandanschlag
auf Moschee in Korbach Täter
hatte Brandanschlag auf Moschee im
braunen Netz angekündigt In
der Nacht zum 20. Juli entzündete ein 30jähriger am Eingang des Gemeindezentrums
des türkisch-islamischen Kulturvereins in Korbach (Landkreis
Waldeck-Frankenberg)
eine Spiritusflasche. Als ein Anwohner aus dem Haus trat, ergriff der Brandstifter
die Flucht. Er konnte kurz darauf von der Polizei gestellt werden. Nach einem
Bericht der Frankfurter Rundschau vom 1. August 2010 hatte der Täter
seine Tat zuvor in einem rechtsextremistischen Internetforum angekündigt.  Dass
hinter solchen Angriffen mehr steckt, als nur die Tat eines betrunkenen Idioten,
das ist einmal mehr aufmerksamen Recherchen unabhängiger Journalisten zu
verdanken. Die Polizei hatte in diesem Fall zwar nicht verleugnet, dass der Festgenommene
ein bekannter Anhänger der rechtsextremen Szene ist, auf ein Motiv wollte
man sich jedoch nicht festlegen lassen. Vielmehr wurde darauf verwiesen, dass
der 30jährige stark alkoholisiert war. Der Artikel der Frankfurter Rundschau
online vom 1. August 2010 (link)
lässt erkennen, dass der braune Hass im Netz systematisch und ungehindert
verbreitet und verherrlicht wird. Der Täter hatte seine Tat in einem einschlägigen
Forum angekündigt und genießt dort nun offenbar Heldenstatus. "Er
hats gemacht" und "Der lebt nur aus, was alle denken",
schreiben Gleichgesinnte dort. 
Unter der Bezeichnung "Sturm 18" sammeln sich um den 35jährigen
Bernd T. aus Kassel offenbar einige "Kameraden" aus der Region. Im Juli
2010 wurden in Kassel mehrfach auffällige Personen mit einem T-shirt gesehen
auf dem "Sturm
18" und das Symbol des Reichsadlers zu erkennen waren. "Sturm
18" nennt T. auch das Forum seines "Freundeskreises nationaler
Aktivisten"; digitaler und vermeintlich anonymer Treffpunkt für
Faschisten mit Internetanschluss. Hunderte Rechtsextreme aus dem ganzen Bundesgebiet
tummeln sich im Internetforum des einschlägig bekannten Neonazis aus Kassel.
Zugang zum Internetforum erhalten Gleichgesinnte durch Anmeldung mit Benutzername
und Passwort. Im internen Bereich verbreiten die zahlreichen Teilnehmer ihren
Hass unverblümt und enttarnen ihre menschenverachtende Ideologie. Der Glatzkopf
Bernd T. soll dort auf einem Bild mit einem Maschinengewehr im Arm vor einer Fahne
der rechtsextremen Partei NPD posieren. Bernd
T. ist kein Unbekannter 
| T.
war bereits in den neunziger Jahren im Raum Bad Segeberg (Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein)
in der rechtsextremen Szene aktiv. Der Landkreis ist neben Neumünster noch
heute ein Zentrum neofaschistischer Aktivitäten. T. veröffentlichte
in dieser Zeit u. a. Namen und Adressen von AntifaschistInnen im Internet. Unter
dem Namen "Kameradschaft Nordmark" entwickelte T. eine Organisationsstruktur
für die örtliche Szene. 1999 erschien im "Hamburger Sturm",
einem Organ der militanten Rechten in Hamburg, ein Leserbrief der Gruppe um Bernd
T.. Die Segeberger Nazis meldeten sich zur Ausstellung über die Verbrechen
der Wehrmacht zu Wort. Der Leserbrief wurde eingeleitet mit Lobeshymnen auf die
Soldaten der Wehrmacht. |
| T.
verbüßte in den neunziger Jahren wegen der Tötung eines Obdachlosen
eine mehrjährige Haftstrafe! |
| Ab
dem Jahr 2000 machte T. als Anführer der "Kameradschaft Sturm 18
Cassel" auf sich aufmerksam. Auch hier betrieb er eine Internetseite,
auf der u. a. zum Ausspionieren von politischen Gegnern aufgerufen wurde. "Wichtige
Informationen sind : ihre Treffpunkte, ihre Namen, Privatadressen, Fahrzeugtyp,
Autokennzeichen, ihre politischen / kriminellen Aktivitäten", so
lautete der Aufruf auf der Internetseite der "Kameradschaft Sturm 18 Cassel. Auch
laut einer Ausgabe des Magazins "Blick nach rechts" forderte
der "Sturm 18 Cassel" u. a. zum Ausspionieren von "Antifaschisten
und Punks" auf. |
| Im
April 2002 nahm die Polizei T. in den frühen Morgenstunden in seiner Kasseler
Wohnung fest. Dabei erschossen Polizeibeamte zwei Hunde des Neonazis. T. stand
im Verdacht, volksverhetzende Musik veröffentlicht und Ausländer verunglimpft
zu haben. In der Wohnung wurden Schreckschusswaffen sowie umfangreiches Propaganda-Material
der rechten Szene gefunden. (Quelle:
Frankfurter Rundschau, April 2002) |
| T.
gründete am 1. März 2003 gemeinsam mit weiteren Personen den Verein
"HSV PitBull´s (OFC)" als "Fanclub zur Erhaltung und
Förderung des Hamburger Sport-Verein HSV e.V." Zwischen
2003 und 2006 sorgten T. und weitere Mitglieder dieses "HSV-Fanclubs"
im Örtchen Wethen bei Diemelstadt (Landkreis Waldeck-Frankenberg) für
Unruhe. Die
Waldeckische Landeszeitung berichtet im September 2004 über einen
Prozesses wegen ausländerfeindlicher Parolen gegen einen 25jährigen
aus dem Umfeld des Vereins. Mehrere Anwohner hatten Hinweise gegeben, dass im
Umfeld des Vereins rechtsradikale Sprüche und Musik verbreitet wurden. Ende
September 2004 wurden Plakate an verschiedenen Stellen in Wethen ausgehängt
mit folgendem Text: "Wir Wethener Bürgerinnen und Bürger distanzieren
uns von Menschen mit fremdenfeindlicher Gesinnung, die rechtsextreme Parolen verbreiten
und ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen einschüchtern."
Ein Mitglied des Vereins soll Kindern darauf eine Belohnung versprochen haben,
wenn sie ihm den Urheber der Plakate nennen. Am
2. März 2005 berichtet die Waldeckische Landeszeitung über die
Verurteilung eines Wetheners aus der rechten Szene zu acht Monaten Freiheitsstrafe
ohne Bewährung wegen Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und
Sachbeschädigung. Am
14. Mai 2005 berichtet die Waldeckische Landeszeitung, dass der 30jährige
T. wegen Beleidigung und versuchter Nötigung sowie wegen unerlaubten Waffenbesitzes
zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde. |
| Schnelles
Handeln forderten im Jahr 2006 nicht nur die Kasseler Grünen nach
dem Bekanntwerden der personellen Veränderungen im Vorstand und der Geschäftsführung
des Vereins "Spitze e.V. in der Kasseler Nordstadt. "Der
neue Geschäftsführer Bernd T[...] ist mit seiner rechtsextremen Vergangenheit
mehr als ungeeignet für diese Position. Gerade erst hat er eine Verurteilung
wegen Psychoterrors gegen eine kurdische Familie akzeptiert. Jetzt soll er integrative
Projekte in der Kasseler Nordstadt fördern, das passt nicht zusammen,
erklärte der Vorsitzende der Kasseler Grünen Andreas Jürgens
im September 2006. Offensichtlich sei beim Verein "Spitze e.V.
die Ferienzeit zur Unterwanderung genutzt worden. Auf einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung wurde nicht nur der bisherige Vorsitzende abgewählt
sondern auch T. sowie zwei weitere Bekannte von ihm in den Vorstand gewählt. |
 Dass
es bald keine Moschee in seiner Nachbarschaft mehr geben würde, das kündigte
Täter Thorsten K. aus Korbach am späten Nachmittag des 19. Juli 2010,
wenige Stunden vor der Tat, im "Sturm 18"-Forum des Bernd T.
an. Ob er zum Zeitpunkt der Ankündigung bereits betrunken war ist nicht bekannt.
Jedenfalls sprechen diese Umstände doch eindeutig gegen die Theorie einer
spontanen und unüberlegten Handlung im Vollrausch. Gegen Thorsten K. wurde,
so berichtet die Frankfurter Rundschau, bereits wegen der Verwendung verbotener
Nazi-Symbole ermittelt. Nur wenige Tage vor dem Anschlag soll er mit weiteren
"Sturm 18"-Anhängern aus Nordhessen zum Rechtsrock-Festival
"Rock für Deutschland der NPD nach Gera gefahren sein. Brandanschläge
hat es zuletzt auch in Mittelhessen gegeben 
| Auszug
aus einem Artikel der Welt online, 23.12.2004: Unbekannte
verübten einen Brandanschlag auf eine Moschee im hessischen Usingen. Nach
Angaben des Landeskriminalamts brachen die Täter in das Gebäude ein.
Sie legten im Gebetsraum Feuer. Die Flammen zerstörten den Raum fast vollständig.
Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wurde auf 50.000 Euro geschätzt.
Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, der die Moschee gehört, machte Rechtsradikale
für den Anschlag verantwortlich. |
| Auszug
aus einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Mittelhessen, 19.02.2008: Dautphetal-Wilhelmshütte.
Im Abstand von gut zwei Stunden kam es in der Nacht zum Dienstag, dem 19. Februar
2008 an einem Haus in der Mühlstraße zu einer Sachbeschädigung
und zu einer Brandstiftung. Die Hausbewohner, eine türkische Familie, bemerkten
das Feuer rechtzeitig und verhinderten einen größeren Schaden. Ein
Ermittlungsteam aus Beamten des Staatsschutzes und des Kommissariates für
Branddelikte führen die weiteren Untersuchungen und fahnden in diesem Zusammenhang
nach zwei Tatverdächtigen. |
| Auszug
aus einem Artikel der Netzeitung, 23.03.2009: Unbekannte
haben in der Nacht zum Montag einen Brandanschlag auf eine Moschee im mittelhessischen
Stadtallendorf verübt. Wie die Polizei in Marburg am Montagnachmittag bekanntgab,
wurden im Hof der Moschee ein Benzinkanister und ein mit Benzin getränkter
Lappen angezündet. Zudem wurden offenbar zwei Brandsätze gegen das Gebäude
geschleudert, die aber nicht explodierten. Auch sei auf die Moschee vermutlich
geschossen worden, berichtete die Polizei. Das Geschoss habe ein Fenster durchschlagen,
einen Kronleuchter beschädigt und sei in einer Wand stecken geblieben. |
| Auszug
aus einem Artikel von Endstation Rechts, 15.04.2010: Rund
sechs Wochen nach einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Wetzlar hat die Polizei
fünf Neonazis festgenommen. Gegen die 17- bis 23-Jährigen wird wegen
versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung ermittelt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft
am Mittwoch mitteilten. Die jungen Männer würden zum Kern der rechtsextremen
Szene im Raum Wetzlar zählen und seien bereits alle wegen verschiedener Straftaten
aufgefallen. Einer von ihnen habe die Tat bereits gestanden. Die
Täter hatten in der Nacht zum 5. März 2010 einen Molotow-Cocktail gegen
die hölzerne Haustür des Einfamilienhauses in der Innenstadt geworfen.
Der 48-jährige Pastoralreferent, der sich aktiv gegen Rechtsextremismus engagiert,
war zu der Zeit nicht zu Hause. Seine Ehefrau sowie die drei Kinder im Alter zwischen
15 und 19 Jahren konnten die Flammen gemeinsam mit Nachbarn, die den Brand entdeckt
hatten, rasch löschen. |

Aktivitäten
im Landkreis Waldeck-Frankenberg nehmen zu
Sechs
Jugendliche feierten am 20. April 2007 in der Nähe von Bad Wildungen (Kreis
Waldeck-Frankenberg) unter freiem Himmel eine "Führer-Geburtstagsparty".
Die Stadt Bad Wildungen machte den Vorfall erst öffentlich, als die rechtsextreme
NPD mit einem Infostand in der Bad Wildunger Innenstadt am 18. August 2007
die Aufmerksamkeit auf lokale Aktivitäten lenkte. Man habe versucht, das
Problem in den Griff zu bekommen, ohne die Öffentlichkeit zu informieren,
sagte Bürgermeister Volker Zimmermann. (Quelle: HNA
online am 24.08.2007) Zimmermann
engagierte sich später um so aktiver um Gegenaktivitäten bei Infoständen
der NPD in Bad Wildungen. |
| Im
Juni 2007 verurteilte das
Amtsgericht Frankenberg einen 20jährigen Facharbeiter zu einer Geldstrafe
von 35 Tagessätzen. Während einer Abi-Fete am 23. Dezember 2006 hatte
der Angeklagte zweimal öffentlich den verbotenen Hitlergruß gezeigt
als ein Lied der peinlich-Rocker "Böhse Onkelz" gespielt
wurde. |
Am
18. August 2008 traten Anhänger der örtlichen NPD mit einem Infostand
auf dem Postplatz in Bad Wildungen auf. Das Kasseler Verwaltungsgericht hatte
am Freitag einem Eilantrag stattgegeben und damit gegen die Stadtverwaltung entschieden.
Die Stadt Bad Wildungen hatte die Erlaubnis für den Stand verweigert, weil
die NPD als verfassungsfeindlich und rechtsextrem einzustufen sei. Etwa hundert
Gegendemostranten folgten einem Aufruf verschiedener Parteien und protestierten
lautstark gegen die Neofaschisten. Bürgermeister Volker Zimmermann war ebenfalls
unter den Demonstranten und zeigte null Toleranz für eine Partei mit "perversen
Parolen", die Gerichte eines Staates in Anspruch nehme, deren Verfassung
sie ablehne. Am
13. Oktober 2007 verzichteten die Anhänger der NPD angesichts zahlreicher
Gegendemonstraten auf den Aufbau ihres angemedeten Infostandes in Bad Wildungen. |
| Am
22. September 2008 erschien die NPD mit einem Infostand in Frankenberg.
Betrieben wurde der Stand u. a. von dem Ehepaar Godenau aus Gilserberg-Sebbeterode
und dem jungen David G., Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis
Schwalm-Eder I bei den Landtagswahlen im Januar. |
Ein
Rundgang durch Bad Wildungen von antimanifest am 9. Mai 2010 ergab, dass
dort zahlreiche Nazi-Aufkleber zu finden sind. In der Innenstadt findet man sie
an beinahe jeder Laterne, auf vielen Schildern und leider auch auf den Schulhöfen.
Es handel sich dabei um selbstgestaltete Werbung für eine "Aktionsgruppe
Waldecker Land" sowie um zahlreiche bekannte Motive der Gruppen "Freier
Widerstand Kassel" und "Freie Kräfte Schwalm-Eder".
(Weitere
Fotos aus Bad Wildungen findet Ihr in unserem Archiv.) |
| Am
26.04.2008 führte die NPD Nordhessen erneut einen Infostand in der
Innenstadt von Bad Wildungen durch. Begleitet wurde die rechtsextreme Partei dabei
von einer Gruppe junger Rechter, die in Schwarz und überwiegend vermummt
auftreten. Die "autonomen Nationalisten" bemühten sich um
Einschüchterung der anwesenden AntifaschistInnen. |
|
|
| Bad
Wildungen, 09.05.2010 | Die
Zahl der offiziell als rechtsextremistisch eingestuften Straftaten nahm im Landkreis
Waldeck-Frankenberg von 26 im Jahr 2008 auf 36 im Jahr 2009 zu. 13 davon wurden
in Bad Wildungen registriert, das ist der Spitzenwert im Landkreis. 3.
August 2010
Nachtrag,
3. August 2010:
antimanifest
erhielt am heutigen Nachmittag einen Anruf. Der Anrufer stellte sich als Vertreter
des "Sturm 18" aus Kassel vor. Bei der Suche nach Berichten über
ihre Aktivitäten im Internet stieß die Gruppe offenbar auch auf unsere
Auflistung von Rechtsrock-Bands (link).
Dort besteht seit Jahren ein Eintrag mit dem Namen "Sturm 18, Brandenburg".
In einer Veröffentlichung des Landesamtes für Verfassungsschutz in Rheinland-Pfalz
war eine solche Gruppe einmal benannt worden. Der "Sturm 18"
aus Kassel bat uns heute um Änderung dieses Eintrags bzw. um eine Ergänzung.
An einer Entfernung war dem Anrufer ausdrücklich nicht gelegen. Offenbar
schätzen die Rechten die Aufmerksamkeit von Presse und Internet - nichts
Neues.
Stephan
Siebrecht, antimanifest
unsere
Artikel zum Thema: 
rechtsextremistische
Aktivitäten beschränken sich nicht auf die Schwalm
antimanifest am 07.05.2010

Neonazis
drangsalieren Dorf
antimanifest am 27.09.2004

Anschlag
sorgt für Angst bei Türken
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine HNA online am
22.07.2010

Zufall
verhindert Brandanschlag auf türkischen Kulturverein
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine HNA online am
20.07.2010

Rechtsextremist
will türkischen Kulturverein in Brand setzen
Nordhessennews NH24 am 20.07.2010
Pressemitteilungen
der Polizei: 
Korbach:
Aufmerksamer Zeuge sorgt für schnelle Täterfestnahme
Polizeipräsidium Nordhessen am 28.02.2010
| Hitlerbild
und Maschinengewehr Neonazi
kündigt Anschlag an Neonazis
blasen zum Kampf: Torsten K. kündigt im Internet einen Brandanschlag auf
eine Moschee an - und wird nur zufällig gestoppt. Die
Bilder zeigen einen Mann mit kahl geschorenem Schädel, Tarnhose und Springerstiefeln.
Mit entschlossenem Blick posiert er vor einer Fahne der rechtsextremen NPD, im
Arm hält er ein Maschinengewehr. "Sturm 18 im Krieg hat
der Kasseler Neonazi Bernd T. (35) die martialischen Fotos betitelt, mit denen
er sich auf den Seiten seines "Freundeskreises nationaler Aktivisten
im Internet präsentiert. Das Motto: "Es ist Zeit zu handeln! Komm
zu uns... Einer,
der die Aufforderung zum militanten Kampf ernst genommen hat, ist Thorsten K.
(30) aus dem nordhessischen Korbach. Auch er gehört zur braunen Kameradschaft
"Sturm 18 des Bernd T.; zusammen mit rund hundert Gleichgesinnten
aus dem ganzen Bundesgebiet tummelt er sich im gleichnamigen Internetforum. Das
ist zwar nur für Mitglieder des rechtsextremen Netzwerks zugänglich.
Die Beiträge aber liegen der Frankfurter Rundschau vor. Nachdem
ein Kamerad mit dem bezeichnenden Alias-Namen "Odins Erbe die
Frage "Wie viele Moscheen gibt es in deiner Stadt? aufgeworfen
hatte, reagierte Thorsten K. unmissverständlich: "Heil dir,
schrieb der einschlägig polizeibekannte Mann, "wohne leider neben
einer, aber nicht mehr lange. Diese
Drohung tippte er am 19. Juli um 17.19 Uhr in seinen Computer. Sieben Stunden
später entzündete Thorsten K. vor der Korbacher Moschee eine Flasche
mit Spiritus. Nur weil ein Nachbar zufällig aufmerksam wurde, konnte der
Brandanschlag vereitelt werden. "Über die Motive der Tat,
berichtete danach die Polizei, "können noch keine Aussagen getroffen
werden. Der Mann habe aber "erheblich unter Alkoholeinfluss
gestanden - offenbar weil er sich vor der Tat mit seiner Freundin gestritten und
sich betrunken habe. Seine
Kameraden im Internet-Forum wissen es genauer: "Der lebt nur aus, was
alle denken, schreibt einer. Thorsten K. habe es mit dem Anschlag halt
bloß nicht richtig hingekriegt, aber immerhin: "Er hats gemacht.
Und ein anderer wünscht sich, dass der Angriff erfolgreich gewesen wäre
"und da jetzt nur noch ein Aschehaufen steht. Gegen
Thorsten K. wurde zuvor bereits wegen der Verwendung verbotener Nazi-Symbole ermittelt.
Und keine zehn Tage vor seiner geplanten Attacke auf die Moschee reiste er mit
nordhessischen "Sturm 18-Kameraden zum Festival "Rock
für Deutschland der NPD nach Gera. Der
Mann ist ein Überzeugungstäter - wie alle, die sich bei "Sturm
18 ihren braunen Hassfantasien hingeben. Ein Butzbacher Neonazi mit
dem Pseudonym "Weißer Widerstand träumt im Forum
davon, die Moschee in seiner Stadt irgendwann "niederzubomben.
Und "weißer-patriot aus dem schwäbischen Ravensburg
macht den "Lösungsvorschlag: Wir spielen einfach mal wieder die Reichskristallnacht
nach! Oder was meint ihr?! Die
antisemitischen Pogrome vom 9. November 1938 als Vorbild für den Kampf der
Rechtsextremen gegen ihre muslimischen Nachbarn: Das Ideal bei "Sturm
18 ist der mörderische Nationalsozialismus des "Dritten
Reichs. Ausgeprägter
Führerkult Als
Logo, das der harte Kern der Kameradschaft auf T-Shirts trägt, dient der
nationalsozialistische Reichsadler - mit der "18 als Platzhalter für
das verbotene Hakenkreuz. Die Ziffern stehen dabei für den ersten und achten
Buchstaben im Alphabet, also für AH: Adolf Hitler. Bei "Sturm 18
feiert der Führerkult fröhliche Urständ: Auf einem Foto im Internet
zeigt sich Bernd T. mit seinen Kasseler Kameraden stolz vor einem Hitler-Bild.  Der
"Krieg, den der Neonazi-Aktivist anzetteln will, kann freilich auch
ein ganz privater sein: Weil ihn seine Frau wegen eines anderen Mannes verlassen
haben soll, bat Bernd T. im "Sturm18-Forum um Hilfe bei der
"Suche nach der Angetrauten. Es fanden sich sofort Kameraden, die die
Jagd auf den Nebenbuhler aufnehmen wollten: "Ich schnapp mir den Penner,
ehe ich in Haft gehe, schrieb Wolfgang G. (48), der kürzlich wegen
Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe
verurteilt worden ist. "Auf das Jahr mehr oder weniger kommt es eh nicht
mehr an! |
| Anschlag
sorgt für Angst bei Türken
Erschrocken
reagieren die Mitglieder des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Korbach
auf den vereitelten Anschlag auf ihr Vereinsgebäude. "Es ist
das erste Mal seit der Gründung im Jahr 1978, dass so etwas bei uns passiert",
sagt der Vorsitzende der Vereins, Yasin Sümer. Ein
stark alkoholisierter 30-jähriger Korbacher hatte in der Nacht zu Dienstag
eine Spiritusflasche am Eingang des Kulturvereins abgestellt und entzündet.
Durch einen aufmerksamen Anwohner konnte Schlimmeres verhindert werden (wir berichteten). "Es
ist nichts Schlimmes passiert, sagt Sümer, doch sitze der Schreck bei
ihm und den Vereinsmitgliedern tief. Noch wissen es nicht alle, da Ferienzeit
ist und viele verreist sind, aber die, die es wissen, sind sprachlos, sagt
Sümer. "Es ist total schlimm. Wir hoffen, es bleibt ein einmaliger Vorfall.
Für uns bedeutet Islam Friede. Auch sei der Kulturverein offen für
alle Nationalitäten und Religionen. Dem
Kulturverein gehören rund 150 Mitglieder an. "Wir haben in Korbach keine
Probleme und fühlen uns wohl, sagt Sümer und versucht den Vorfall
nicht zu hoch zu hängen. Dennoch habe er auch Angst ausgelöst. "Wir
machen aber weiter wie bisher. Im
August beginnt für die Moslems die Fastenzeit. Danach plane der Verein Veranstaltungen,
zu denen als Dank Polizei und Bürgermeister geladen werden. |
| Zufall
verhindert Brandanschlag auf türkischen Kulturverein Ein
Zufall hat in Korbach einen möglichen Brandanschlag auf den türkisch-islamischen
Kulturverein verhindert. Das berichtete die Polizei. Ein
der rechten Szene zugerechneter 30-Jähriger hatte in der Nacht zum Dienstag
am Eingang des Gemeindezentrums eine Camping-Spiritusflasche entzündet. Plötzlich
trat aber in der Nähe ein Anwohner aus dem Haus - und der stark alkoholisierte
Täter ergriff die Flucht zu Fuß. Der 30-Jährige konnte jedoch
kurz darauf von Polizeistreifen festgenommen werden. Das Feuer wurde schnell gelöscht.
Es entstand kein Sachschaden. Der
30-Jährige sei den Behörden bekannt, sagte der Korbacher Polizeisprecher
Volker König. Details über dessen politische Zugehörigkeit wollte
er aber nicht nennen. In die Ermittlungen wurde die Staatsanwaltschaft Kassel
eingeschaltet. |
| Rechtsextremist
will türkischen Kulturverein in Brand setzen
Ein
Anhänger der rechten Szene hat in der Nacht zum Dienstag ein Gebäude
eines türkisch-islamischen Kulturvereins in Korbach in Brand stecken wollen.
Dank eines aufmerksamen Zeugens wurde ein größerer Schaden verhindert,
wie die Polizei mitteilte. Streifenbeamte konnten das kleine Feuer schnell löschen. Der
mutmaßliche Täter hatte kurz nach Mitternacht am Eingang des Kulturvereins
eine Spiritusflasche abgestellt und angezündet. Als er den Zeugen bemerkte,
flüchtete er zu Fuß. Er wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen.
Das Motiv war zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei war der 30-Jährige
zum Zeitpunkt der Tat betrunken. |
Pressemitteilung
der Polizei: | |