| |
20.
Juli 2008
autonome Nationalisten im Schwalm-Eder-Kreis
Neonazis
überfallen linkes Sommercamp
am
Neuenhainer See
Am
frühen Morgen wurde das Sommercamp der Linksjugend [´solid]
am Neuenhainer See von Schlägern überfallen. Eine 13-jährige
Teilnehmerin erlitt schwere Kopfverletzungen. Am Vortag hatte die
Jugendorganisation eine Demonstration gegen Rechts in Schwalmstadt-Treysa
veranstaltet, an der mehr als 200 überwiegend junge Menschen
teilgenommen hatten. Bereits am Rande der Demonstration hatten Anhänger
der "Freien Kräfte Schwalm-Eder" vereinzelte
Teilnehmer provoziert und einen Zugriff durch die Polizei erzwungen.
Zur
Demonstration am Samstag in Schwalmstadt-Treysa waren über
200 (gezählt) zumeist junge Menschen angereist, um in der nordhessischen
Provinz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus zu
setzen. Bei gutem Wetter und in fröhlicher Stimmung versammelten
sich die Teilnehmer um 16.00 Uhr am Marktplatz. Begleitet von der
Polizei bewegte sich der bunte Demonstrationszug mit Transparenten,
Fahnen, einem Lautsprecherwagen und Redebeiträgen durch die
Altstadt. Neben SchülerInnen, StudentInnen, AntifaschistInnen
und gut gelaunten Punks nahmen auch Vetreter verschiedener Parteien
an der Veranstaltung teil. Sie zeigten sich überrascht und
gleichermaßen erfreut über die eindrucksvolle Versammlung.
|
|
19.
Juli 2008, Schwalmstadt-Treysa
|
|
|
19.
Juli 2008, Schwalmstadt-Treysa
|

Was
die meisten Demonstrationsteilnehmer nicht bemerkten: in dem Café
direkt am Marktplatz hatte es sich längst ein Anhänger
der extremen Rechten gemütlich gemacht. Im Schatten unter dem
Sonnendach beobachtete der junge Mann aufmerksam die Versammlung
und telefonierte dabei mit dem handy. AntifaschistInnen konnten
den Beobachter aber entlarven. Kaum dass sich die letzten Reihen
des Demonstrationszuges vom Marktplatz entfernten, tauchte auch
sogleich einer der Köpfe der "Freien Kräfte Schwalm-Eder"
am Café auf. [Name
bekannt] wurde dabei von
weiteren Anhängern begleitet, die sich am Café versammelten.
In der Folge muss es dann zu einer Provokation gekommen sein, die
in Gewalt umschlug und einen Einsatz der Polizei erforderte. Die
Faschisten haben sich nicht aus reiner Neugier so gut organisiert
und abgesprochen am Marktplatz eingefunden. Sie dürften mit
der Gewaltaktion bereits ein Minimalziel erreicht haben, nämlich
das Bild einer friedlichen Demo gegen Rechts zu beschädigen.

|
Pressemitteilung
der ['solid] Regionalgruppe Schwalm-Eder-Kreis vom 20.07.2008
Neonazis
überfallen linkes Sommercamp
Am
frühen Morgen des 20. Juli 2008 verübten rechtsextreme
Schläger einen Überfall auf das Sommercamp der
Jugendorganisation ['solid] am Campingplatz Neuenhainer
See. Nachdem zwei vermummte Personen über den Zaun
auf das Gelände eingedrungen waren, traten sie von
außen auf das nächstgelegene Zelt ein, öffneten
es und schlugen auf die noch Schlafenden mit massiven
Gegenständen ein. Eine 13-jährige Campteilnehmerin
musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden, ein
weiterer Teilnehmer ist am Kopf verletzt worden. Auf dem
Parkplatz des Campingplatzes demolierten währenddessen
drei weitere Personen dort abgestellte Fahrzeuge. Dabei
gingen sie willkürlich vor. Zudem wurde ein gegen
Rechtsextremismus gerichtetes Banner abgerissen und entwendet.
Bereits im Vorfeld kam es zu Drohungen der faschistischen
"Freie Kräfte Schwalm gegenüber TeilnehmerInnen
des Sommercamps.
Seit
Donnerstag diskutierten und feierten rund 50 junge Menschen
aus ganz Hessen friedlich auf dem linken Sommercamp.
Unter anderem nahmen sie am Samstag in Treysa an der
erfolgreichen Demonstration gegen Rassismus teil.
Markus
Lange
|

Die
13-Jährige erlitt Verletzungen am Kopf und wurde in das Krankenhaus
Ziegenhain eingeliefert, von wo sie nach Marburg in die Uni-Klinik
verlegt wurde, ihr 23-jähriger Bruder wurde vor Ort ambulant
behandelt.
Wer
sich zuletzt mit den Aktivitäten der Neonazis aus dem Raum
Schwalmstadt und Neukirchen befasste und von dem Sommercamp der
Jugendorganisation erfuhr, fragte besogt bei den Organisatoren an,
ob und wie man das Camp vor Angriffen schützen wolle. Der Verdacht
war leider begründet. Als ich selbst gestern noch einmal den
Campingplatz am Neuenhainer See aufsuchte, verließ gerade
ein Fahrzeug der Polizei das Gelände. Ein Gespräch mit
den Campteilnehmern vor Ort ergab, dass die Polizei tatsächlich
wegen des Zeltlagers der Jugendorganisation am Neuenhainer See war.
Bereits
im hessischen Verfassungsschutzbericht 2005 gibt es einen deutlichen
Hinweis auf die braune Schlägertruppe aus der Schwalm.
In dem Abschnitt über "Rechtsextremisten und ihre
Konzerte" heißt es im Verfassungsschutzbericht:
In
Heßlar (Schwalm-Eder-Kreis) feierten am 11.
November 30 bis 50 Skinheads und Neonazis in einer
Grillhütte. Als die Polizei, durch einen Hinweis
informiert, anfing, außerhalb des Gebäudes
Personalien aufzunehmen, warfen die Rechtsextremisten
Stühle und Bierflaschen vor die Tür. Sie
riefen "Bullenschweine" und verwehrten
den Beamten den Zutritt. Diese setzten Pfefferspray
ein und umstellten die Hütte, ein Sondereinsatzkommando
nahm die Randalierer fest. In der Hütte hingen
u. a. eine Reichskriegsflagge sowie ein rotes Transparent
mit den Aufschriften "Nichts ist mächtiger
als eine Idee, deren Zeit gekommen ist" und
"Freie Kräfte Schwalm-Eder".
Vor dem Einsatz hatten die Gruppe "Royal Hatred"
(Schwalm-Eder-Kreis) und der Liedermacher "Julemond"
(Thüringen) gespielt. Gegen die Randalierer wurden
Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte,
Landfriedensbruch, Beleidigung und Sachbeschädigung
gestellt.
Quelle.
Verfassungsschutzbericht Hessen 2005
|
Wer nun glaubt, dass dieser Hinweis örtlichen Verantwortlichen
eine Warnung gewesen sein müsste, der irrt gewaltig. Inzwischen
hätten zahlreiche, sogar immer häufiger und deutlicher
werdende Vorkommnisse dazu führen müssen, dass man
sich in der Schwalm mit der Problematik einer aktiven und gewaltbereiten
rechtsextremistischen Gruppierung auseinandersetzt. Hierzu sprach
ich am Samstag auch mit Michael Mager, Kreistagsabgeordneter
der Partei DIE LINKE. im Schwalm-Eder-Kreis. Ein aufmerksamer
Lokalpolitiker sollte sich angesichts hunderter oder tausender
Aufkleber mit rechten Parolen im Stadtbild auch Gedanken um
die Entwicklung der Jugend machen.
|
|
30.
Juni 2008, Schwalmstadt-Ziegenhain
|
|
|
30.
Juni 2008, Schwalmstadt-Ziegenhain
|
Erst
im Juni kam es zu gewalttätigen Übergriffen. Neonazis
aus dem Umfeld der Freien Kräfte Schwalm-Eder
hatten bei einer Abi-Fete eine junge Frau herumgeschubst und
verletzt. Einen Tag später wurde ein junger Mann von einer
Gruppe Rechtsextremer angegriffen.
Gegen
halb zwei am frühen Morgen des 8. Juni 2008 rollen vier
PKW aus Schwalmstadt durch den eher beschaulichen Ortsteil Todenhausen
der Tourismusgemeinde Frielendorf. Dann geht alles sehr schnell.
Eine Gruppe von schwarz gekleideten und maskierten Jugendlichen,
so Augenzeugen, verteilt sich mit Apfelgroßen Steinen
(laut Polizeibericht) in den Büschen rings um den Jugendclub
des Dorfes, der um diese Zeit bereits geschlossen hat. Einige
Todenhäuser Jugendliche bemerken die "Angereisten"
auf dem Heimweg von einer Fete in der Dorfgaststätte und
gehen zum Jugendclub. Als sie dort eintreffen, kommen die Angreifer
aus allen Richtungen und beginnen sofort eine heftige Schlägerei.
Der Angriff bekannter Mitglieder der Neonazi-Gruppe aus Neukirchen
und Schwalmstadt galt, so vermuten Todenhäuser Jugendliche,
ihrem Jugendclub, in dem die Angreifer andersdenkende Gegner
bzw. Opfer vermuteten.
Ein
Schulleiter sollte nicht, wie geschehen, mit einer Strafanzeige
drohen wenn über eine Aktion gegen Rechts an seiner Schule
berichtet wird... es gibt zahlreiche negative Beispiele. Ein
solches Klima haben wir im Rahmen unserer Berichterstattung in Nordhessen
bereits mehrfach zu spüren bekommen und darauf aufmerksam gemacht.
Genau dieses Wegsehen bietet rechtsextremen Schlägern den Raum,
den sie für Einschüchterung und gezielte Angriffe nutzen!
Stephan
Siebrecht, antimanifest
Nachtrag
21.07.2008, 18.00 Uhr:

Gemeinsame
Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Kassel und der Polizeidirektion
Schwalm-Eder
Überfall
auf Sommercamp am Neuenhainer See
Täter
ermittelt und festgenommen, 19-jähriger Haupttäter
in Untersuchungshaft

wiederholt
Angriffe durch Neonazis im Schwalm-Eder-Kreis antimanifest
am 12.06.2008

Überfall
auf "Linke"-Camper Hessischer
Rundfunk online am 20.07.2008

Borken:
Neonazis überfallen linkes Sommercamp Nordhessische
am 20.07.2008

Wieder
rechter Schlägertrupp unterwegs NH24
am 20.07.2008

Randale
beim linken Sommercamp nach Demo gegen Rechts HNA
am 20.07.2008

Fünf
Festnahmen bei Demo gegen Rechtsextremismus HNA
am 20.07.2008

Überfall
auf Sommercamp - zwei Verletzte Pressemitteilung
der Polizei vom 20.07.2008

Brutaler
Überfall aufs Camp HNA
am 21.07.2008

"Die
Schwalm bleibt bunt" HNA
am 21.07.2008
Hessischer
Rundfunk online am 20.07.2008
Überfall
auf "Linke"-Camper
Die
Teilnehmer des Sommercamps einer linken Jugendorganisation
am Neuenheimer See schliefen noch, da passierte es: Ein
schwarz gekleideter Mann drang in ein Zelt ein und prügelte
zwei Jugendliche krankenhausreif.
Wie
das Polizeipräsidium Nordhessen mitteilte, schlug
der Unbekannte auf die zwei Schlafenden ein 13-jähriges
Mädchen und ihr 23-jähriger Bruder - mit einem
Gegenstand ein. Dabei erlitt das Mädchen schwere
Verletzungen am Kopf und musste in das Krankenhaus Ziegenhain
eingeliefert werden. Inzwischen wurde sie in die Uni-Klinik
nach Marburg verlegt. Ihr Bruder kam mit leichten Verletzungen
davon.
Autos
beschädigt
Zur
selben Zeit beschädigten mehrere Unbekannte auf dem
Parkplatz des Neuenhainer Sees die Heckscheiben an drei
Autos. Nach Zeugenaussagen handelte es sich um schwarz
gekleidete Jugendliche, die Kappen oder Kapuzen trugen.
Rechtsextremistische
Tat?
Die
Polizei schließt einen rechtsextremistischen Hintergrund
der Tat nicht aus, da sich der Angriff auf Teilnehmer
des Sommercamps der Jugendorganisation der Partei "Die
Linke" richtete. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen
übernommen.
|

Nordhessische.de
am 20.07.2008
Borken:
Neonazis überfallen linkes Sommercamp
Borken
- Rechtsextremisten haben am Sonntagmorgen nach Angaben
der Jugendorganisation der Linken "solid" das
Sommercamp der Gruppe am Neunhainer See überfallen
und mehrere schlafende Teilnehmer verletzt. Zwei vermummte
Personen seien über den Zaun auf das Gelände eingedrungen
und hätten von außen auf ein Zelt eingetreten,
es geöffnet und auf die noch Schlafenden mit massiven
Gegenständen eingeschlagen, teilte ein "solid"-Sprecher
mit.
Eine
13-jährige Campteilnehmerin habe daraufhin im Krankenhaus
behandelt werden müssen. Ihr 23-jähriger Bruder
sei am Kopf verletzt worden. Auf dem Parkplatz des Campingplatzes
hätten drei weitere Täter abgestellte Fahrzeuge
demoliert. Zudem sei ein gegen Rechtsextremismus gerichtetes
Banner abgerissen und entwendet worden.
Bereits
im Vorfeld des Camps sei es zu Drohungen der Neonazi-Gruppe
Freie Kräfte Schwalm gegenüber Teilnehmern
des Sommercamps gekommen. Seit Donnerstag diskutierten
und feierten rund 50 junge Menschen aus ganz Hessen friedlich
auf dem linken Sommercamp. Unter anderem nahmen sie am
Samstag in Treysa an einer Demonstration gegen Rassismus
teil.
Die
Polizei Schwalm-Eder veröffentlichte den Vorgang
am Sonntagabend und bestätigte die Angaben von "solid".
Bei den Tätern soll es sich demnach um mehrere junge
Personen handeln, die schwarz gekleidet waren und Kappen
oder Kapuzen auf ihren Köpfen trugen. Von einem rechtsextremistischen
Hintergrund berichtet die Polizei nicht.
|

Wieder
rechter Schlägertrupp unterwegs
13-Jährige
mit schweren Kopfverletzungen in Marburger Uniklinik
eingeliefert
Neuenhain.
Dass rechte Schlägertrupps im Schwalm-Eder-Kreis
unterwegs sind, dürfte nur eine Lokalzeitung überraschen,
die dieses Thema seit einigen Wochen total ignoriert.
Ob sie den folgenden Fall auch "unter den Tisch"
fallen lassen kann, werden wir sehen.
Zu
einem äußerst brutalen Überfall kam es
heute Morgen am Neuenhainer See. Dort fand an diesem Wochenende
ein Sommercamp der Jugendorganisation der Partei Die Linke
('solid) statt. Heute Morgen wurden zwei Teilnehmer des
Camps, eine 13-Jährige und ihr 23-jähriger Bruder,
die zusammen in einem Zelt schliefen, von einer unbekannten
Person überfallen.
Der
Mann sei in das Zelt eingedrungen und habe sofort mit
einem unbekannten Gegenstand auf die beiden Schlafenden
eingeschlagen. Unmittelbar nach den Schlägen flüchtete
die männliche Person aus dem Zelt. Das Mädchen
erlitt Verletzungen am Kopf und wurde in das Krankenhaus
Ziegenhain eingeliefert, von wo aus sie nach Marburg
in die Uniklinik verlegt werden musste. Ihr 23-jähriger
Bruder wurde vor Ort ambulant behandelt.
Parallel
dazu wurden auf dem Parkplatz des Neuenhainer Sees drei
Fahrzeuge beschädigt indem die Heckscheiben von
unbekannten Tätern eingeschlagen wurden.
Bei
den Tätern soll es sich um mehrere junge Personen
handeln, welche schwarz gekleidet waren und Kappen oder
Kapuzen auf ihren Köpfen trugen.
Die
Kriminalpolizei in Homberg hat die Ermittlungen übernommen.
|
|
Randale
beim linken Sommercamp nach Demo gegen Rechts
Schwalm-Eder.
Am frühen Sonntagmorgen schlugen vermummte Täter
auf Zelte am Neuenhainer See ein. Dort hatten sich 50
Jugendliche zum dreitägigen Sommercamp von [`solid],
der Jugendorganisation der Linken, getroffen. Nach HNA-Inormationen
soll es sich um mehrere Täter handeln, die schwarz
gekleidet und vermummt waren.
Verletzt
wurde ein 13-jähriges Mädchen und ihr großer
Bruder, die zur Tatzeit in dem Zelt geschlafen hatten.
Das Mädchen wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Auf
dem Parkplatz des Neuenhainer Sees wurden zudem drei Autos
demoliert.
Die
Kripo schließt nicht aus, dass die Täter aus
dem rechtsextremen Umfeld stammen. Am Samstag hatten Mitglieder
des Sommercamps an einer Demo gegen Rechtsextremismus
in Treysa aufgerufen. Die Demo verlief weitgehend friedlich,
teilte ein Polizeisprecher mit. Es gab Personenkontrollen.
Fünf Personen wurden festgenommen.
|

Fünf
Festnahmen bei Demo gegen Rechtsextremismus
Schwalmstadt.
150 Menschen demonstrierten am Samstag in Treysa gegen
Rassismus. Der Grund: "Wir möchten auf die problematische
Lage der Schwalm aufmerksam machen", sagte Mitorganisator
Dennis Walz aus Neustadt von der Linksjugend ['solid].
Seit
einiger Zeit sei die rechtsextreme Gruppe "Freie
Kräfte Schwalm" aktiv, die alternative Jugendliche
angegriffen habe. Mit Plakaten und Fahnen zogen die Demonstranten
gegen 16 Uhr los. Es ging vom Marktplatz durch die Steingasse,
die Wagnergasse und die Bahnhofstraße wieder zurück
zum Marktplatz.
Begleitet
wurden sie, nach Schätzung der HNA, von 50 Polizisten,
darunter auch die Beweissicherungs- und Festnahmeinheit
(BFE) aus Kassel. Nach Angaben der Polizei gab es während
der Demo in Höhe der S-Passage Gerangel unter den
Demonstranten. Fünf wurden festgenommen.
|

Pressemitteilung
der Polizei vom 20.07.2008
Überfall
auf Sommercamp - zwei Verletzte
Neuental-Neuenhain: Überfall auf Sommercamp - zwei
Personen verletzt, drei Fahrzeuge beschädigt.
Tatzeit: Sonntag, 20.07.08, 07:45 Uhr

Heute Morgen kam es am Neuenhainer See zu einem Überfall
auf Teilnehmer eines linken Sommercamps, wobei eine 13-Jährige
schwer und ein 23-Jähriger leicht verletzt wurden.
Außerdem wurden an drei geparkten Fahrzeugen die Heckscheiben
eingeschlagen.

Am Neuenhainer See findet an diesem Wochenende ein Sommercamp
der Jugendorganisation der Partei Die Linke ['solid] statt.
Heute Morgen wurden zwei Teilnehmer des Camps, eine 13-Jährige
und ihr 23-jähriger Bruder, die zusammen in einem Zelt
schliefen von einer unbekannten Person überfallen.

Die unbekannte männliche Person sei in das Zelt eingedrungen
und habe sofort mit einem unbekannten Gegenstand auf die
beiden Schlafenden eingeschlagen. Unmittelbar nach den Schlägen
flüchtete die männliche Person aus dem Zelt.
Die
13-Jährige erlitt Verletzungen am Kopf und wurde in
das Krankenhaus Ziegenhain eingeliefert, von wo sie nach
Marburg in die Uni-Klinik verlegt wurde, ihr 23-jähriger
Bruder wurde vor Ort ambulant behandelt.

Parallel dazu wurden auf dem Parkplatz des Neuenhainer Sees
drei Fahrzeuge beschädigt indem die Heckscheiben von
unbekannten Tätern eingeschlagen wurden.

Bei den Tätern soll es sich um mehrere junge Personen
handeln, welche schwarz gekleidet waren und Kappen oder
Kapuzen auf ihren Köpfen trugen.

Die
Kriminalpolizei in Homberg hat die Ermittlungen übernommen.
Hinweise
an die Kriminalpolizei in Homberg, Tel.: 05681-7740
|

21.
Juli 2008

|
Brutaler
Überfall aufs Camp
Linkes
Zeltlager: Geschwister am Neuenhainer See von vermummten
Schlägern verletzt
Schwalm-Eder. Vermummte Täter überfielen am
Sonntag gegen 7.45 Uhr das Sommercamp der Jugendorganisation
['solid] am Campingplatz Neuenhainer See. Dabei verletzten
sie einen 23-Jährigen aus Treysa und dessen 13-jährige
Schwester. Das Mädchen wurde mit schweren Prellungen
und Schnittwunden im Gesicht ins Krankenhaus nach Marburg
eingeliefert.

Das Camp der 50 jungen Leute aus ganz Hessen sei schon im
Vorfeld der Veranstaltung von rechtsradikalen Gruppen bedroht
worden, berichtet Markus Lange, Sprecher von ['solid], Regionalgruppe
Schwalm-Eder. Um für Sicherheit zu sorgen, habe man
Nachtwachen aufgestellt.

Doch der Überfall ereignete sich erst, als es hell
war: Ein lauter Knall schreckte die Camper auf. Zeugen sahen
eine vermummte, schwarz gekleidete Person über den
Platz rennen. Versuche, den Mann zu stellen, schlugen fehl.
Auch einem zweiten Täter gelang die Flucht. Beide sprangen
in ein Auto, dessen Fahrer offenbar schon gewartet hatte.
Er brauste mit noch offenen Türen und quietschenden
Reifen davon. Geistesgegenwärtig merkten sich die Verfolger
das Kennzeichen des flüchtigen Fahrzeugs.

Erst in dem Moment, als der Spuk vorbei war, realisierten
die Jugendlichen, was überhaupt passiert war. Mindestens
zwei Schläger waren vom Parkplatz über den Zaun
geklettert. Sie steuerten das nächstgelegene Zelt an,
rissen es auf und schlugen mit Bierflaschen auf die Köpfe
des Geschwisterpaares ein, das noch tief und fest geschlafen
hatte.
"Ich
bin von den Schlägen wach geworden", sagte der
23-Jährige, der Wunden an Kopf und Armen davon getragen
hatte. Der Schock war ihm noch am Sonntag Mittag ins Gesicht
geschrieben. Auch die anderen Teilnehmer des Camps zeigten
sich entsetzt über die brutale Gewalt: "Die Täter
müssen sich sehr sicher fühlen, dass sie am helllichten
Tag kommen und von vielen Zeugen gesehen werden", sagte
Lange.

Die Schläger hatten noch andere Ziele: Der laute Knall,
der die Camper alarmiert hatte, stammte vom Parkplatz. Dort
zertrümmerten die Täter die Heckscheiben dreier
Autos, von denen zwei Teilnehmern des Sommercamps gehörten.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch
der Staatsschutz ist eingebunden. Er ist nach Mitteilung
eines Polizeisprechers dabei, wenn der Verdacht auf politisch
motivierte Kriminalität besteht. Am Sonntag Nachmittag
wurde bereits eine Person vernommen, die unter dringendem
Tatverdacht steht.
|

|
"Die
Schwalm bleibt bunt"
Demonstranten
gegen Rassismus in der Treysaer Innenstadt - Es gab fünf
Festnahmen
Schwalmstadt. "Nazis raus" ertönte es am
Samstag immer wieder in der Treysaer Innenstadt. Die Jugendorganisation
der Partei Die Linke linksjugend ['solid] Schwalm-Eder-Kreis
hatte eine Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus
organisiert.

Mit Fahnen, Bannern und Plakaten ausgestattet, trafen sich
die Demonstranten auf dem Marktplatz. "Der Schwalm-Eder-Kreis
bleibt bunt" und "Wenn so viele schweigen, müssen
wir noch lauter schreien: Nazis raus!" war nicht nur
auf den Plakaten zu lesen, sondern wurde auch immer wieder
durch ein Megafon gerufen.

"Wir wollen auf die problematische Lage der Schwalm
aufmerksam machen", sagte Dennis Walz aus Neustadt.
Seit einiger Zeit sei die rechtsextreme Gruppe "Freie
Kräfte Schwalm" hier im Raum aktiv und haben unter
anderem linksalternative Jugendliche angegriffen.
Um
ein Zeichen zu setzen zogen um 16 Uhr rund 150 Demonstranten
vom Brunnen am Marktplatz durch die Steingasse, die Wagnergasse
und die Bahnhofstraße wieder zurück zum Marktplatz.

"Wir sind daran interessiert, dass die Demonstration
friedlich abläuft", sagte Ordner Markus Lange
aus Borken. Ein großes Polizeiaufgebot begleitete
die Demonstranten. "Unser Auftrag lautet, die Demonstration
zu schützen", erklärte Michael Stuhlmann,
Leiter der Polizeistation in Ziegenhain. "Es sollen
Rechte dazu aufgerufen haben, die Demonstration zu stören.
Das werden wir verhindern."

Nach Angaben der Polizei kam es während der Demonstration
zu einem Gerangel in Höhe der S-Passage. Fünf
Personen wurden daraufhin festgenommen.
Während
der Demonstration waren nach Schätzungen der HNA etwa
50 Polizisten im Einsatz, darunter auch einige Männer
der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) aus Kassel.
Die
Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI), ein gemeinnütziger
Verein der sich im Untertitel "Die Demokraten"
nennt, unterstützte die Demonstration der Linksjugend
['solid]. Der Verein will der rechtsextremen Szene vor allem
mit Bildungsarbeit, Seminaren und Informationsveranstaltungen
entgegenwirken.
Nach
einer knappen Stunde gingen die Demonstranten, die sich
wieder am Brunnen am Marktplatz versammelten, friedlich
auseinander.
|

Gemeinsame
Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Kassel
und
der Polizeidirektion Schwalm-Eder, 21.07.2008
Überfall
auf Sommercamp am Neuenhainer See
Täter
ermittelt und festgenommen, 19-jähriger Haupttäter
in Untersuchungshaft
Gestern Morgen um 07:45 Uhr kam es am Neuenhainer See im
Schwalm-Eder-Kreis zu einem gewalttätigen Überfall
auf Teilnehmer eines Sommercamps der Jugendorganisation
der Partei Die Linke ['solid]. Eine 13-jährige Teilnehmerin
und ihr 23-jähriger Stiefbruder wurden zum Teil schwer
verletzt (wir berichteten).
Die
zuvor unbekannten Täter im Alter zwischen 19 und 23
Jahren, konnten noch am gleichen Tag ermittelt und festgenommen
werden. Der 19-jährige Haupttäter wurde heute
der Haftrichterin beim Amtsgericht Fritzlar vorgeführt,
sie erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten
Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.
Die
Tatverdächtigen, die zum Teil der rechten Szene zugerechnet
werden, waren zusammen in einem Pkw eines 19-jährigen
aus Willingshausen an den Neuenhainer See zum Jugendcamp
gefahren. Zwei Personen aus der Gruppe, ein 19-jähriger
Wohnsitzloser und ein 21-jähriger aus Schwalmstadt-Treysa
überstiegen den 2,5 Meter hohen Zaun und durchstreiften
das Gelände. Der 19-jährige betrat das Zelt in
welchem die 13-jährige und ihr Stiefbruder schliefen
und schlug dort mit verschiedenen Gegenständen auf
die beiden Schlafenden ein.
Die
13-jährige erlitt Kopfverletzungen und wurde in das
Krankenhaus Schwalmstadt eingeliefert, von wo aus sie aufgrund
ihrer festgestellten schweren Verletzungen in eine andere
Klinik verlegt wurde. Ihr 23-jähriger Stiefbruder erlitt
leichte Verletzungen, die vor Ort behandelt werden konnten.
Nach
den Schlägen flüchtete der 19-jährige aus
dem Zelt wieder über den Zaun zu dem wartenden Pkw.
Der 21-jährige, der zuvor ebenfalls über den Zaun
geklettert war, flüchtete durch den Haupteingang, wobei
er von Campmitgliedern verfolgt wurde. In der Zwischenzeit
wurden aus der Gruppe heraus an drei Fahrzeugen die Heckscheiben
eingeschlagen und ein großes Transparent der Campveranstalter,
welches am Zaun angebracht war, gestohlen. Die Täter
flüchteten mit dem Pkw des 19-jährigen, wobei
Campmitglieder das Kennzeichen ablesen konnten.
Nach
intensiven Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen konnte
im Laufe des gestrigen Sonntags der 19-jährige Fahrzeugführer
sowie seine Mitfahrer ermittelt und vier Personen festgenommen
werden. Bei der Festnahme und Wohnungsdurchsuchung eines
23-jährigen aus Schwalmstadt wurde das entwendete Transparent
gefunden.
Drei
der Tatverdächtigen sind der rechten Szene zugehörig,
sie waren bereits zuvor auch bei einer Demonstration der
Jugendgruppierung "solid" in Schwalmstadt-Treysa
aufgefallen, wobei der 19-jährige wohnsitzlose Haupttäter
kurzzeitig festgenommen wurde. Diese Erkenntnisse und vorangegangene
Ermittlungen der Kriminalpolizei Homberg im Bereich Schwalmstadt
haben zu diesem schnellen Erfolg geführt. Die Ermittlungen
dauern an.
|

|
|