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15.
Februar 2009
mehrere
Verletzte nach Angriff auf Reisebus
Nazis
attackieren bei Jena
einen
Reisebus aus Nordhessen
Zwei
Reisebusse organisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund in Nordhessen
für die Anreise zu den Demonstrationen gegen Rechtextreme und
GeschichtsrevisionistInnen am Samstag in Dresden. Bei einem Halt
auf der Rückreise wurden die Teilnehmer auf einem Parkplatz
bei Jena von rechten Schlägern unmittelbar attackiert. Eine
Person wurde dabei schwer verletzt, erlitt einen Schädelbruch.
Ein weiteres Opfer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, insgesamt
gab es fünf Verletzte.

Zum
größten Nazi-Aufmarsch in der Geschichte der BRD versammelten
sich am Samstag (14. Februar 2009) rund 6.000 Faschisten in Dresden,
um wie in den Jahren zuvor den Jahrestag der Bombardierung der Stadt
durch die Alliierten mit einem geschichtsrevisionistischen "Trauermarsch"
zu begehen. Die Stadt hatte erklärt, keine Möglichkeiten
zu haben, den Aufmarsch zu verhindern. Das bundesweite Bündnis
"Geh Denken" setzte auf friedlichen Protest, um der "Geschichtsverdrehung
zu widersprechen". Die größte von insgesamt 19 Gegenveranstaltungen
wird u.a. von Ex-Bundespräsident Richard von Weizäcker
und der Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch,
sowie zahlreichen Parteien und Organisationen unterstützt.

Zur
Teilnahme an den Protesten gegen den rechten "Trauermarsch"
hatten auch Organisationen wie der Deutsche Gewerkschaftsbund oder
verschiedene Parteien in Nordhessen aufgerufen. Der DGB Nordhessen
organisierte zwei Busse, die am frühen Samstagmorgen von Kassel
und Schwalmstadt starteten. Im Raum Schwalmstadt gibt es nach dem
brutalen Überfall auf das Sommercamp linker Jugendlicher am
Neuenhainer See im Juli 2008 ein beständiges Engagement gegen
Rechtsextremismus.
Als
die Teilnehmer in den beiden Bussen am Abend auf der Rückfahrt
einen Halt auf dem Rastplatz Teufelstal an der A4 einlegten,
kam es zu der Attacke. Nach Berichten von Augenzeugen haben sich
die Reisenden teilweise außerhalb der beiden Busse befunden.
Die Reisegruppe sei von einer Gruppe überwiegend vermummter
rechter Schläger angegriffen worden. Ein Opfer wurde zu Boden
geschleudert und von mehreren Faschos mit Stiefeln gegen den Kopf
getreten.
Die
alarmierte Polizei parkte beim Eintreffen unmittelbar hinter dem
Bus der Nazi-Schläger, der die Aufschrift MADER getragen
haben soll. Der Busfahrer der Nazis hatte zuvor mit einem Fahrmanöver
dafür gesorgt, dass die Schlägertruppe schnellstmöglich
den Bus besteigen konnte. Beim Eintreffen der Polizei suchte der
Bus der Rechten dann das Weite. Der fahrende braune Haufen konnte
einige Kilometer weiter angehalten werden, die Polizei vermerkte
die Personalien aller Beteiligten.
Am
heutigen Sonntag wurde bekannt, dass eines der Opfer einen Schädelbruch
erlitten hat. Ein Rettungswagen hatte das Mitglied der Reisegruppe
aus Nordhessen am Samstag mit Kopfverletzungen in ein örtliches
Krankenhaus gebracht. Auch ein weiteres Opfer musste direkt im Krankenhaus
behandelt werden.
16.
Februar 2009
Pressemeldungen
von heute, Montag der 16. Februar 2009, melden ausgestellte Haftbefehle
für wenigstens drei dringend Tatverdächtige. Bei den
Männern soll es sich um schwedische Staatsangehörige
handeln. So berichtet u.a. das Nachrichtenportal Spiegel online,
dass die Schweden gemeinsam mit Neonazis aus Hessen, dem Saarland
und Rheinland-Pfalz in einem Bus gesessen haben sollen. Augenzeugen
hatten am Sonntag bereits von einem Bus der Gesellschaft MADER
aus Homburg im Saarland berichtet. Gegen die insgesamt 41 Insassen
würde wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher
Körperverletzung ermittelt. Sie seien wegen Fluchtgefahr
zur Fahndung ausgeschrieben, sagte ein Polizeisprecher dem Magazin
am Montag in Jena.
Fluchtgefahr
hatte auch unmittelbar nach der Tat bestanden, als die eintreffende
Polizei die braune Schlägertruppe zunächst einmal wegfahren
ließ. Jede Möglichkeit einer direkten Benennung von
Tätern durch die vielen Augenzeugen war damit schon einmal
ausgeschlossen. Vermummte Schläger hätten noch auf dem
Parkplatz von mehreren Zeugen und anhand spezifischer äußerlicher
Merkmale identifiziert werden können. Für die Opfer
bedeutet die Vorgehensweise möglicherweise massive Einschränkungen
hinsichtlich einer erwarteten Anklage und Verurteilung von Tätern.
Dass der Polizeisprecher nun bundesweite Haftbefehle verkündet,
ist angesichts dieser Umstände nur peinlich.
Heute
wurde bekannt, dass auch drei Teilnehmer einer Delegation der
Jusos NRW bei dem Übergriff auf dem Rastplatz Teufelstal
verletzt wurden. Auch sie mussten zum Teil im Krankenhaus behandelt
werden. Die Jusos befanden sich ebenfalls auf der Heimfahrt aus
Dresden. "Der Überfall der Nazis kam für uns
völlig überraschend. Sie haben ohne Grund auf Mitglieder
unserer Delegation eingeprügelt und nicht einmal von bereits
am Boden liegenden Personen abgelassen", erklärt
Miriam Baumeister, Mitglied im Juso-Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen.
"Niemand aus unserer Gruppe hat sich auffällig oder
aggressiv verhalten, wir haben lediglich eine Pause machen wollen."
Wenn
freiheitliches und demokratisches Recht von Meschen für Demonstrationen
missbraucht werden kann, die alles andere als demokratische Wertvorstellungen
verfolgen und wenn es dagegen nur ein Mittel gibt, nämlich
die Freiheit mit dem persönlichen Einsatz zu verteidigen,
dann ist es wohl das Mindeste, diesen Protest vor Angriffen durch
Totschläger zu schützen. Dieser Schutz kann sich dabei
kaum auf die Dresdener Altstadt begrenzen. Man wurde von dem traurigen
Rekord von geschätzten 6.000 Faschisten aus ganz Europa nicht
wirklich überrascht, die Entwicklung war abzusehen. Dass
diese 6.000 Anti-Demokraten irgendwie nach Dresden an- und wieder
von Dresden abreisen würden war klar.
Thüringens
Innenminister ließ heute über seinen Pressesprecher
verlauten, dass Vorwürfe dahingehend "Unsinn" seien
(link).
Man habe ja schließlich Kräfte für die Fahrtrouten
von und nach Dresden "vorgehalten". Die teilweise noch
unter Schock stehenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern der beiden
Busse aus Nordhessen berichten, dass die Polizei am Samstagmorgen
tatsächlich sämtliche Park- und Rastplätze entlang
der Autobahn überwacht hatte. Von Seiten der Behörden
war man sich also der Gefahren bewusst. Unverständlich ist,
warum man die Überwachung nicht bis in den Abend fortgesetzt
hat. Angesichts der Abläufe in Dresden am Nachmittag war
in Thüringen mit einer Rückreisewelle zwischen 18.00
und 20.00 Uhr ganz eindeutig zu rechnen.
Bis
heute erleben Betroffene von Attacken oft einschlägig bekannter
Täter aus der rechten Szene, dass ihnen bei ihrem Hilfeersuchen
bei der Polizei die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird. Geschilderte
Tathergänge wurden in der Vergangenheit mehrfach mit der
Behauptung in Frage gestellt, es gäbe ja gar keine rechte
Szene in der Region. Für Betroffene ist dieses Verhalten
wie ein Schlag ins Gesicht. So wurde einem Mandatsträger
der Partei DIE LINKE. aus Schwalmstadt erst vor wenigen Wochen
am Telefon von einem Polizeibeamten erklärt, "es
gibt doch gar keine Freien Kräfte mehr". Der Abgeordnete
fühlte sich von einer Gruppe autonomer Nationalisten bedroht,
die sich von seiner Haustür nicht mehr weg bewegten und ihm
so offenbar Angst machen wollten, wenn nicht Schlimmeres. Es gibt
sie und ihre Bedrohungen sehr wohl!
Das
bloße "Vorhalten" einiger Beamter für Thüringens
Autobahnen zeugt von einem fahrlässigen Umgang mit der Gefahr.
Dass Gefahrenpotentiale im Bereich Rechtsextremismus immer wieder
völlig falsch eingeschätzt werden, das mussten Betroffene
in Hessen zuletzt leider immer wieder erleben. Empörte Äußerungen
der Verantwortlichen zu den Vorwürfen sind da auch nicht
neu, solche haben wir nach Vorfällen in der Vergangenheit
immer wieder gehört. Sie sind für viele Menschen Ausdruck
von Oberflächlichkeit und von Verharmlosung rechter Gewalt,
die zuletzt keine Steigerungsform mehr kannte.
Stephan
Siebrecht, antimanifest
nach
Pressemeldungen und Berichten von Augenzeugen

DGB
Nordhessen fordert Verbot rechtsextremer Organisationen
nach Neonazi-Angriff auf DemonstrantInnen
DGB Region Nordhessen am 15.02.2009

Raststätte
Teufelstal bei Jena
Autonome
Nationalisten überfallen Gewerkschaftsbusse
DIE LINKE. Hessen am 15.02.2009

Sicherheitsvorkehrungen
nach der Demonstration in Dresden unzureichend
Marjana Schott, Frakttion DIE LINKE. im Hessischen Landtag am
16.02.2009

Nazi-Übergriff
auf Delegation der NRW Jusos
Vorwärts am 16.02.2009

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DGB
Nordhessen fordert Verbot rechtsextremer Organisationen
nach
Neonazi-Angriff auf DemonstrantInnen
Nach
dem Überfall auf nordhessische Demonstranten während
der Rückreise von der Demo gegen den Neonaziaufmarsch
in Dresden fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)
Nordhessen strafrechtliche und politische Konsequenzen.
"Die
brutale Gewalt der Nazis gegen Andersdenkende hat eine neue
Qualität und muss unterbunden werden. Wir fordern wie
nach dem Überfall am Neuenhainer See strafrechtliche
Konsequenzen für die Täter", so Michael
Rudolph, Vorsitzender der DGB-Region Nordhessen. Außerdem
müsse rechtsextremistisch motivierte Gewalt immer transparent
gemacht werden. Leider werden kleiner Übergriffe zu
oft bagatellisiert. Dies führe dazu, dass das wirkliche
Ausmaß der rechten Straftaten im Dunkeln bleibe.
"Wir
fordern außerdem das sofortige Verbot von rechtsextremen
Parteien und Organisationen. Das gilt ausdrücklich
für die NPD, die als Denkmäntelchen für die
rechtsextreme Szene fungiert", so Michael Rudolph weiter.
Die Demokratie müsse wehrhaft sein und die Menschen
vor Organisationen schützen, von denen menschenverachtende
Gewalt ausgeht.
"Den
verletzten Kollegen wünschen wir gute und baldige Besserung",
so Michael Rudolph. Der gestrige Überfall sei ein Zeichen
dafür, dass engagiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus
heute wieder nötiger denn je ist.
Die
beiden Busse zu der Demonstration in Dresden wurden vom
DGB Nordhessen mit der Unterstützung der SPD, der Partei
die LINKE, Bündnis90/Die Grünen, der attac-Regionalgruppe
Kassel, dem Friedensforum Kassel und dem VVN-BdA organisiert.
In den Bussen befanden sich insgesamt ca. 80 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer.
Augenzeugenbericht
von Holger Kindler, DGB Region Nordhessen, Jugendbildungsreferent:
Auf
der Rückfahrt aus Dresden legten die beiden Busse aus
Nordhessen und West-Thüringen eine Pause beim Rasthof
Teufelstal bei Jena ein.
Nach
wenigen Minuten fuhr ein Reisebus auf den Parkplatz, aus
dem Neonazis ausstiegen. Sofort begannen diese die Kolleginnen
und Kollegen aus unseren Bussen zu provozieren, die sich
zu dieser Zeit auf dem Parkplatz befanden. Dabei wurde ein
Kollege ins Gesicht geschlagen.
Unsere
Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen sich daraufhin entweder
in den Rasthof oder zu einem der beiden Busse zurück
und versuchten in diesen einzusteigen. 15 bis 20 der Neonazis
rannten auf die einsteigenden KollegInnen los und brüllten
"Antifa Attack". Nicht allen gelang sofort der
Einstieg in den Bus, drei Kollegen konnten sich nur mit
Kopf- und Rumpfverletzungen in den Bus retten, ein Kollege
wurde aus dem Bus gezerrt. Die inzwischen geschlossene Tür
wurde mit einem einige Kilogramm schweren Eisklotz beworfen,
ging aber nicht zu Bruch. Außerdem wurde der Bus mit
mehreren Flaschen beworfen.

Der
Kollege, der aus dem Bus gezerrt wurde, wurde zu Boden geworfen.
3-4 Neonazis haben auf ihn eingetreten, die restlichen 10-15
Neonazis standen in einem Halbkreis um den Bus. Nach ca.
2 Minuten fuhr der Bus der Neonazis für einige Meter
an, sammelte die meisten Neonazis ein und wartete noch auf
4 Neonazis, die am Eingang zum Rasthof provozieren wollten.
Als der Bus der Neonazis abfuhr, traf das erste Polizeiauto
ein, das die Verfolgung aufnahm und den Bus nach 15 Kilometern
stoppte zur Identitätsfeststellung.
Michael
Rudolph, Regionsvorsitzender DGB Region Nordhessen
Spohrstraße
6-8, 34117 Kassel
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Raststätte
Teufelstal bei Jena
Autonome
Nationalisten überfallen Gewerkschaftsbusse
20
Autonome Nationalisten haben Samstag, den 14.02.09, um ca.
19.30 auf dem Rastplatz Teufelstal einen Bus mit 40 Teilnehmerinnen
und Teilnehmern verschiedener Gewerkschaften, Verbände
und Parteien sowie Schülern angegriffen. Die Busse
befanden sich auf dem Rückweg der friedlichen "GEH
DENKEN"
Demonstration gegen den rechtsradikalen "Trauermarsch"
zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens.
Während
einer Pause auf dem Rastplatz Teufelstal bei Jena wurden
erst vereinzelte, extremst gewaltbereite Rechtsextremisten,
so genannte "Autonome Nationalisten", auf einen
der Busse aufmerksam, und versuchten dessen Teilnehmer kurz
darauf mit einer Gruppe von ca. 20 Vermummten zu attackieren.
Um
einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen fuhr der Bus auf
die andere Seite des Parkplatzes um dort auf die restlichen
Teilnehmer zu warten, die sich zu diesem Zeitpunkt noch
in der Raststätte befanden.
"Den
verletzten Kollegen wünschen wir gute und baldige Besserung",
so Michael Rudolph. Der gestrige Überfall sei ein Zeichen
dafür, dass engagiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus
heute wieder nötiger denn je ist.
Kurz
darauf formierte sich die Gruppe der Autonomen Nationalisten
erneut um unter "Attacke, Attacke" Rufen den Bus
und seine Teilnehmer zu attackieren und mit Flaschen und
Eisbrocken nach ihnen zu werfen. Hierbei drangen sie bis
zum Eingang des Busses vor und schlugen und traten wahllos
auf Schüler und Gewerkschafter ein. Neben mehreren
leicht Verletzten wurde auf 2 am Boden liegende eingetreten,
so dass diese schwere Verletzungen erlitten und im Krankenhaus
in Jena behandelt werden mussten.
Beim
Eintreffen der Polizei verließen die Autonomen Nationalisten
fluchtartig mit ihrem Bus den Parkplatz.
Der
Kreisschülerrat zeigt sich empört über dieses
aggressive und menschenverachtende Verhalten und fühlt
sich darin bestärkt auch in Zukunft weiterhin Aufklärung
über Rechtsextremismus zu leisten.
Dr.
Achim Kessler, Landespressesprecher
Große
Seestraße 29, 60486 Frankfurt am Main
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Sicherheitsvorkehrungen
nach der Demonstration in Dresden unzureichend
Zu
dem Überfall auf die vom DGB Nordhessen organisierten
Busse aus Kassel und dem Schwalm-Eder-Kreis zu der Demonstration
gegen den neofaschistischen Aufmarsch am Samstag in Dresden,
bei dem eine Person lebensgefährlich verletzt wurde,
erklärt Marjana Schott, Abgeordnete aus Nordhessen
und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.
im Hessischen Landtag:
"Seit
dem brutalen Überfall von rechten Schlägern auf
ein Zeltlager der Linksjugend [´solid] im Juli 2008
gibt es in der Schwalm ein beständiges Engagement gegen
Rechtsextremismus. Traurig ist, dass der redliche und lobenswerte
Einsatz vieler Menschen in der Region nun wieder einen solch
brutalen Angriff erfahren musste. Hier wird deutlich, wie
wichtig dieses Engagement gegen Rechts ist. Es wird deutlich,
wie groß die Gefahren für Einzelne sind, entgegen
immer wiederkehrender Beteuerungen durch zuständige
Behörden, es handele sich lediglich um bedauerliche
Ausnahmeerscheinungen."
Unverständlich
sei, dass die Möglichkeit einer direkten Benennung
von Tatbeteiligten durch die vielen anwesenden Zeugen ausgeschlossen
wurde, da die eintreffende Polizei zunächst den Bus
der Täter vom Parkplatz rollen ließ. Auch wenn
zunächst nur ein einziger Beamter auf dem Rastplatz
eintraf, allein die Bindung der Busfahrer an die StVo hätte
dem Beamten ein Mittel gegeben, alle Fluchtversuche zu unterbinden
und das Fahrzeug zunächst festzusetzen, so Schott weiter.
Sowohl
auf der Hinreise wie auf der Rückreise hätte die
Sicherheit der Gegendemonstranten gewährleitstet werden
müssen. Nicht mehr nachzuvollziehen ist, warum nach
der Demonstration nicht mindestens die gleichen Sicherheitsmaßnahmen
getroffen worden sind, wie im Vorfeld - insbesondere, da
es am Vormittag bereits zu Zusammenstößen gekommen
ist. Das bloße "Freistellen" einiger Beamter
für Thüringens Autobahnen zeugt von einem erneut
fahrlässigen Umgang mit der rechten Gefahr.
Marjana
Schott, Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag
Schlossplatz
1-3, 65183 Wiesbaden
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Nazi-Übergriff
auf Delegation der NRW Jusos
von
Christian Obrok und Jens Vogel
Eine
Delegation der NRW Jusos wurde in der Nacht zum Sonntag
auf einem Rastplatz bei Jena von gewaltbereiten Nazis überfallen.
3 Personen wurden bei dem Übergriff verletzt und mussten
teils im Krankenhaus behandelt werden. Die Jusos befanden
sich auf der Heimfahrt aus Dresden, wo sie gemeinsam mit
mehr als 10 000 Menschen an der Demonstration "Geh-Denken"
teilgenommen hatten, um gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten
zu protestieren.
"Der
Überfall der Nazis kam für uns völlig überraschend.
Sie haben ohne Grund auf Mitglieder unserer Delegation eingeprügelt
und nicht einmal von bereits am Boden liegenden Personen
abgelassen", erklärt Miriam Baumeister, Mitglied
im Juso-Landesvorstand. "Niemand aus unserer Gruppe
hat sich auffällig oder aggressiv verhalten, wir haben
lediglich eine Pause machen wollen."
Nils
Roschin, ebenfalls Mitglied im Vorstand der NRW Jusos, ergänzt:
"Wir wissen um die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremen-Szene
und sind dennoch schockiert von der Brutalität der
Schläger. Die Polizei muss nun im ersten Schritt die
Ermittlungen gegen die Täter aufnehmen und die Schuldigen
bestrafen. Des Weiteren muss die Politik endlich eine umfassende
Strategie im Kampf gegen Rechtsextremismus entwickeln und
durchsetzen."
Auch
in NRW muss sich die Politik stärker gegen Rechts aggieren,
so der stellv. Juso-Vorsitzende Jens Vogel aus Minden-Lübbecke,
und nicht länger die Augen davor verschließen.
Gerade
die "Autonomen Nationalisten" haben in NRW fußgefasst
und treten immer aggressiver gegen den "politischen
Gegner", Polizei und Presse auf, wie zuletzt bei der
1. Mai-Demo in Dortmund im letzten Jahr. Im Bereich Aachen
und Dortmund, sowie in der Region OWL sind die "Autonomen
Nationalisten" aktiv.
Die
"junge rechte Szene" hat sich vom "Glatzen-
und Springerstiefel"-Style verabschiedet und marschieren
nun als "Schwarzer Block" in "schwarzen Kaputzenpullis
und Palituch" auf Demonstrationen und sind damit von
"Links-Autonomen" kaum noch zu unterscheiden.
Auch
wildern die "Autonomen Nationalisten" mit der
Themenbesetzung im "linken Spektrum" und geben
sich als Globalisierungskritiker und versuchen die "soziale
Frage" für sich zu nutzen. Sie wollen die Straße
und die Köpfe für sich gewinnen und scheinbar
haben sie in NRW damit Erfolg. Momentan spricht der Verfassungsschutz
von NRW von 20 losen Gruppen, die schnell mobilisieren können
und einen breiten Aktivierungsgrad haben.
Die
"Autonomen Nationalisten" werden zu einer größeren
Gefahr und die Politik muss jetzt mit Programmen gegensteuern,
aber auch der Jugend Perspektiven im Bereich "Ausbildung
und Arbeit" und Möglichkeiten der eigenen Entfalltung
z.B. in "Alternativen Jugendzentren" bieten, anstatt
im Bereich "Kinder- und Jugendarbeit" die Finanzmittel
zusammenzustreichen.
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