23. Oktober 2006
fragwürdiges Vorzeigeprojekt für die Sozialisation Minderjähriger
Jugendhilfeeinrichtung Gut Kragenhof
Chance oder Misshandlung?
Der Verein "Durchboxen im Leben e.V." ist freier Träger des Jugenderziehungsheims "Gut Kragenhof" bei Staufenberg im Landkreis Kassel. Der Name des Vereins beschreibt zugleich das Motto und das pädagogische Konzept der Einrichtung, die straffällig gewordenen Jugendlichen eine Hilfe sein soll. Vordenker und mittlerweile prominenter Kopf des Vereins ist Lothar Kannenberg, ehemaliger Boxer mit zwielichtiger Vergangenheit. Nach zahlreichen öffentlichen Auftritten, u.a. in der RTL-Sendung Stern-TV, wird nun bekannt, dass wiederholt Anzeige wegen der Misshandlung Schutzbefohlener erstattet wurde.
Straffällig gewordene junge Menschen werden hierzulande nicht gleich eingesperrt. Der Gesetzgeber erdachte diverse Mechanismen, Jugendliche zu sozialisieren. Jeder hat schon einmal von "Arbeitsstunden" gehört. Diese müssen auf richterliche Anordnung in sozialen Einrichtungen abgeleistet werden, um einerseits Buße zu tun und um andererseits ein soziales Bewusstsein zu entwickeln.

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterbringung in speziellen Einrichtungen, in denen Jugendliche betreut und gefördert werden sollen. Eine solche Einrichtung ist das "Gut Kragenhof" bei Kassel, die "Jugendhilfeeinrichtung Trainingscamp Lothar Kannenberg". Eine private, gemeinnützige Einrichtung, betrieben von Herrn Lothar Kannenberg.

Hinsichtlich der Pflege junger Menschen in Not muß die Person Lothar Kannenberg als sehr umstritten bezeichnet werden. Kannenberg unterzog sich bereits 1980, nach Ableistung des Wehrdienstes, einer sechsmonatigen Alkoholtherapie. Er begann 1986 eine Karriere als Boxer, wurde Türsteher und glitt schließlich in die harte Drogenszene. Es folgten mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie und 1996 eine 10monatige Entziehungstherapie. Nach dem Wohnortwechsel nach Kassel beginnt er 1998 als Honorarkraft die Arbeit als Steetworker im Kasseler Stadtteil Phillippinenhof und gründet 1998 das "Jugendsozialprojekt Boxcamp Philippinenhof Kassel".

Kannenberg, Trainer mit Boxerlizenz und Sozialbetreuer, betreibt mit Hilfe von ordentlichen Sozialpädagogen die Jugendhilfeeinrichtung "Kragenhof" bei Staufenberg und bietet mit dem sogenannten "Boxcamp" im Kasseler Stadtteil Philippinenhof seit 1999 Jugendlichen ein wöchentliches Sportangebot an. Nachdem Lothar Kannenberg mit dem Verein "Durchboxen im Leben e.V." das "Trainingscamp Lothar Kannenberg" auf Gut Kragenhof bei Kassel eröffnete, übernahm Pit Gräber, langjähriger Mitarbeiter des Boxcamps, im September 2004 die Leitung der Boxsport-Einrichtung im Stadtteil Philippinenhof.
Boxcamp und Trainingscamp Kragenhof wurden über die Jahre populär. Das Fernsehen, der beliebte Günther Jauch gar (RTL stern tv, 23.08.2006) nahmen sich dem Projekt "Durchboxen" an und schilderten es als vorbildliches Modell, straffällig gewordene junge Menschen "auf den rechten Weg zu bringen". Das Camp als "letzte Chance". Dabei sparte man nicht an Eindrücken aus dem Alltag der Einrichtung. Obwohl die Reportagen im Grunde schockierende Einzelheiten aus dem Erziehungsprogramm schilderten, sollte das Fazit für den gleichgeschalteten RTL-Zuschauer positiv sein. "Problematische Jugendliche" soll man schon morgens um 06.30 Uhr zum Frühsport zwingen, dann soll man sie noch vor dem Frühstück anschreien und demütigen und ihnen für kleinste Regelverstösse Liegestütze verordnen. Größtes Druckmittel jedoch ist der Satz: "Wenn du nicht mitmachst, kommst du in den Jugendknast. Und du weisst ja, was sie da mit dir machen: dort stecken sie dir einen Stock in den A****!".

So beschreibt das Camp in seiner Selbstdarstellung den geordneten Tagesablauf:
6.30 Uhr Aufstehen
6.35 Uhr Frühsport
7.00 Uhr Frühstück
8.00 Uhr Haus- und Hofputz
9.00 Uhr Waldlauf
10.30 Uhr Zirkeltraining
11.30 Uhr Duschen
12.00 Uhr Mittagessen
13.00 Uhr Mittagsruhe
14.00 Uhr Respekttraining
15.00 Uhr Sport
17.00 Uhr Gruppe
18.00 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Tagesbericht
20.00 Uhr Spiegel
21.00 Uhr Nachtlauf
22.30 Uhr Bettruhe

Wer sich mit dem Konzept des Lothar Kannenberg beschäftigt, fühlt sich bald erinnert an Berichte über die sogenannten "Bootcamps" in den Vereinigten Staaten. Dort entwickelte sich ein Konzept, das straffällig gewordene Jugendliche in Ketten legte, massiv erniedrigte, sie zu Arbeitsdiensten einteilte. Eine Gehirnwäsche, von der man in den USA derzeit Abstand nimmt. Die Statistiken zeigen null Erfolg, keine positive Wirkung auf die Entwicklung der Mädchen und Jungen. Man kommt dort nun zu der Erkenntnis, dass man jungen Menschen ohne Zukunftsperspektive keine glückliche Zukunft einprügeln kann.

Wiederholt haben nun Jugendliche aus dem Trainingscamp und ehemalige Mitglieder des Vereins Anzeige wegen Körperverletzung bzw. wegen der "Misshandlung Schutzbefohlener" (§ 223 b StGB) erstattet. Sie geben an, selbst misshandelt worden zu sein, bzw. Zeuge derartiger Vorfälle geworden zu sein. Die Gewalt soll dabei nicht von den Betreuern ausgegangen sein, sondern die Jugendlichen sollen sich untereinander "bestraft" haben. Dies sei von den Betreuern toleriert worden. Auch von sexueller Nötigung ist die Rede. Schwere Vorwürfe. Und wer jetzt glaubt, dass damit das Konzept des selbsternannten Sozialpädagogen gescheitert sei, lese weiter.

Bundespräsident Horst Köhler ehrte Kannenberg 2004 mit dem Titel "Vorbild in Deutschland". Am 24. August 2005 wurde Lothar Kannenberg die Medaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Staatsministerin Silke Lautenschläger verliehen, das Bundesverdienstkreuz. Herr Kannenberg hat mit seiner Interpretation der Arbeit mit Jugendlichen zahlreiche Gönner und Befürworter auf seiner Seite. Die Sportstiftung der Kasseler Sparkasse ermöglichte durch eine große Spende den Erwerb diverser Sportgeräte für das Boxcamp und im April 2000 spendete der "Henry Maske Fonds" das Herzstück, den Boxring.

Die Anzeigen eines ehemaligen Mitglieds des Vereins blieben ohne jedes Ergebnis. Der zuständige Staatsanwalt erkundigte sich aber, ob es mit der Anzeige ernst sei, die Person Lothar Kannenberg sei doch unanfechtbar (so die Schilderung des Betroffenen). Erst eine Dienstaufsichtsbeschwerde schob die Ermittlungen an. Lothar Kannenberg ist in seiner Funktion als "Experte" für straffällig gewordene junge Menschen auch Schöffe beim Landgericht Kassel.

Nach der jüngsten Übertragung eines Box-Events in der ARD am 23. September wird erneut über den Sinn einer Sportart offen dikutiert. Auslöser ist ein Boxkampf, der trotz eines doppelten Kieferbruchs nicht abgebrochen wurde. Es war wohl eine der blutigsten live-Sendungen im deutschen Fernsehen. Die Emotionen bewegten sich zwischen Entsetzen und Begeisterung. Seinen Titel verteidigte trotz doppeltem Kieferbruch in der fünften Runde der Boxer Arthur Abraham. Abraham durchlief in seiner fragwürdigen Karriere auch das Boxcamp des Lothar Kannenberg in Kassel. Abraham besucht nach eigenen Angaben hin und wieder das Boxcamp und gilt dort als Held. Abraham wurde als "Schlumpfboxer" im berühmten "Sauerland-Stall" bekannt, dorthin hatte ihn Kannenberg vermittelt. Schlumpfboxer, weil er bisher immer mit dem Lied der Schlümpfe in den Ring stieg (ist wirklich so). Abraham hat sich allerdings nie um die Rechte dafür gekümmert und darf den Titel nicht mehr verwenden. Im Vorfeld des Kampfes war zu erfahren, dass die Stadt Kassel rund 120 Jugendlichen die Fahrt zur Box-Gala in Wetzlar spendieren wird. Im Fernsehen sah man auf den Tribünen tobende und begeisterte Kids mit Transparenten zu Ehren ihres Vorbilds. Nach dem schockierenden und gar nicht vorbildlichen Boxkampf sind die Gönner aus den Reihen der Stadtoberen erstmal still. Mittel für eine solche Fahrt erhielt Kannenberg beispielsweise auch einmal vom Verein "Zahnärzte für Kinder in Not e.V."
Das pädagogische Konzept der "Jugendhilfeeinrichtung Trainingscamp Lothar Kannenberg" gilt unter den Befürwortern als vorbildlich und wegweisend. Jeden Vergleich mit den US-amerikanischen Bootcamps lehnt man kategorisch ab. Der harte Umgang, Demütigung und Zwang als pädagogisches Konzept und ein Tagesablauf, der an die körperlichen Grenzen geht, all das wird gerechtfertigt und vor dem Hintergrund der "schwer Erziehbaren" mit höchsten Preisen gelobt und mit umfangreichen Fördermitteln unterstützt. Das Modell Kragenhof scheint vor allem all jene zu befriedigen, die der Jugend ohnehin nichts Gutes mehr zutrauen und die bei Differenzen mit nachfolgenden Generationen immer nur zu einem Schluss kommen können: es fehle an Ordnung, Disziplin und Sauberkeit. So scheint es sinnvoll, dass man Jugendliche um 06.30 Uhr ohne Frühstück zum Frühsport zwingt.
Schon bei den Diskussionen um angeblichen Missbrauch bei den Bezügen von Arbeitslosengeld erlebten wir, dass Politiker diverser Couleur ein Heil darin sahen, fünf Millionen Betroffene durch sinnlose Fortbildungsmaßnahmen unbedingt zu Frühaufstehern zu machen. Die Logik, dass schon allein diese Form der Disziplin (für einen Erwerbslosen zunächst völlig nutzlos) zu einer Verbesserung der persönlichen Situation führt, greift wohl ausschliesslich im post-faschistischen Deutschland.
Als Leitmotiv für eine glückliche Zukunft bietet "Durchboxen im Leben e.V." den Jugendlichen neben Frühsport und Waldlauf die Logik des Kampfsports. Wer nichts hat, soll sich nach oben boxen. Auf die Frage, was Arthur Abraham mit den Kasseler Jugendlichen verbinde, antwortete der: "Ich hoffe, dass ich für die Jungs von der Straße, die nichts haben, ein kleines Vorbild sein kann. Ich will ihnen beweisen, dass man sich mit Boxen Respekt erwerben kann. So können die Jungs für immer von der Straße wegkommen." Hilfsorganisationen wie die "Zahnärzte für Kinder in Not e.V." oder die Stadtjugendhilfe Kassel bezahlen dann noch viel Geld, damit Mädchen und Jungen solche Vorbilder bei teils sehr blutigen Boxveranstaltungen anfeuern können.
Die Wahrheit ist, dass Gewalt wohl der schnellste Weg ist, endgültig im Jugendgefängnis oder später in einer regulären Haftanstalt zu enden. Kein Leitfaden könnte wertloser für perspektivlose Menschen sein. Boxtraining verbessert die Chancen auf einen Ausbildungsplatz nicht.
In einer Welt, in der qualifizierter Unterricht zur Ausnahme wird (täglich haben über eine Million Schüler in Deutschland Unterrichtsausfälle), in der nach dem Schulabschluss gewiss kein Ausbildungsplatz wartet und ein Studium unbezahlbar wird, wie soll ein junger Mensch da überhaupt beweisen, dass sie/er den nötigen Ehrgeiz aufbringen kann? Jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut.
Es fehlt nicht an brutalen Erziehunhgsmethoden,
es fehlt an Perspektiven und an Chancen für junge Menschen!
Wir fordern nicht die Schliessung sozialer Einrichtungen. Wir begrüssen die Unterstützung junger Menschen in Not. Wir wünschen uns vielmehr weitere Angebote bzw. eine Förderung anderer Impulse auf dem Gebiet der Jugendhilfe. Lothar Kannenberg sehen wir durchaus als Vorbild hinsichtlich des Aufbaus einer aktiven Jugendhilfe. Weitere attraktive Angebote in den Stadtteilen können dazu beitragen, die Hilfe für junge Menschen in Not zu erweitern, zu verbessern. Für ein vielfältiges Angebot sozialer Einrichtungen. Es gibt bereits eine Vielzahl bunter Engagements. Diverse Gönner haben sich für die Förderung des Vereins "Durchboxen im Leben e.V." entschieden.
Artikel aus der online-Ausgabe HNA vom 25.09.2006
Vorbild im Durchboxen
Kasseler Nachwuchssportler waren bei Abrahams Titelkampf
Kassel - "Ich fand das sehr brutal", sagt Alper Yüksek. Der Praktikant im Boxcamp des Internationalen Bundes war Samstagnacht dabei, als Arthur Abraham seinen Weltmeistertitel gegen Edison Miranda aus Kolumbien mit gebrochenem Kiefer verteidigte. 150 zumeist jugendliche Boxer aus dem Boxcamp Nordstadt und aus Lothar Kannenbergs Trainingscamp waren nach Wetzlar gefahren, um ihr Vorbild anzufeuern. Viele kennen Abraham persönlich, denn 2003 trainierte der aus Armenien stammende Sportler für einige Monate in Kassel, bevor er Sparringspartner von Sven Ottke wurde.
"Wir sind froh, dass nicht mehr passiert ist", sagt Pit Gräber erleichtert. Abraham sei "ein Vorbild im Durchhalten, doch der Kampf war für den Sport wenig vorbildhaft", sagt der Leiter des Boxcamps. Auch bei den Sportlern ist die Meinung geteilt. "Ich hätte die Fans nicht enttäuschen wollen, und sein Trainer war zuversichtlich", erklärt die 16-jährige Sabine Pitsch. Auch Araik Akopian hätte das Handtuch nicht geworfen. "Ich hätte in jedem Fall weitergemacht", sagt der 23-jährige, der wie Abraham aus Armenien stammt.
Doch nicht alle waren mit dem Ablauf des Kampfes zufrieden. "Das war eine schlechte Werbung für unseren Sport", urteilt Steffi Pitsch (18). Auch Daniel Harirchi, der am Sonntag bei den Hessischen Meisterschaften antrat, fürchtet das gesundheitliche Risiko. "Zu gefährlich, ich hätte aufgegeben", winkt der 15-jährige ab.
Beim Jubel über den Ausgang des Kampfes jedoch herrscht Einigkeit. Diana Hoffmann ist stolz auf ihr Idol. "Jeder andere hätte aufgegeben", vermutet die 19-jährige. "Ein verdienter Sieg nach Punkten", freut sich auch Gräber. Er jedoch hätte nicht weitergekämpft. "Ich bin kein Boxer", erklärt er. "Ich bin Sozialarbeiter", fügt er schmunzelnd hinzu.
Artikel aus der online-Ausgabe HNA vom 13.12.2005
"Würde Titel in Kassel verteidigen"
Box-Weltmeister Arthur Abraham äußert sich im Interview über Lothar Kannenberg und Kassel
Kassel/Berlin. Das Telefon-Interview mit dem Weltmeister verzögert sich: Arthur Abraham muss erst noch Zähne putzen. Es ist 12 Uhr. Der 25-Jährige hat im Moment keinen normalen Tagesablauf. Nach seinem K.-o-Schlag gegen den Kanadier Kingsley Ikeke hat sich alles ein wenig verändert im Leben des neuen Box-Weltmeisters im Mittelgewicht. Nach dem Zähneputzen spricht Arthur Abraham über seine Beziehung zu Kassel und zu Lothar Kannenberg, seinen ehemaligen Trainer und Förderer, der das Boxcamp Philippinenhof und das Trainingscamp Gut Kragenhof leitet.
Herr Abraham, vielen sind die Bilder vom Samstag noch präsent, als Sie nach ihrem K.-o.-Schlag gegen Kingsley Ikeke und der gewonnenen Weltmeisterschaft zusammen mit Lothar Kannenberg im Ring standen. Was haben Sie in den Momenten empfunden?
Abraham: Ich war überglücklich. Ohne Lothar Kannenberg hätte ich gar nicht im Ring gestanden. Wir haben monatelang gemeinsam im Boxcamp Kassel hart trainiert. Ich werde ihm ein Leben lang dankbar sein.
Dass Lothar Kannenberg auf einmal neben Ihnen stand - war das eigentlich geplant?
Abraham: Nein. Das war alles spontan. Ich stand wie unter Schock. Aber ich habe mich richtig gefreut. Die Jugendlichen aus Kassel haben mich super angefeuert. Das war wirklich spitze - und hat viel Spaß gemacht.
Haben Sie die Rufe der Kasseler Jugendlichen während des Kampfes auch wahrgenommen?
Abraham: Ein paar Mal. Vor allem, wenn ich getroffen habe, und in den Ruhephasen. Ansonsten war ich sehr konzentriert. Aber nach dem Kampf hat sich alles gelöst.
Wie verbunden sind Sie den Kasseler Jugendlichen?
Abraham: Ich hoffe, dass ich für die Jungs von der Straße, die nichts haben, ein kleines Vorbild sein kann. Ich will ihnen beweisen, dass man sich mit Boxen Respekt erwerben kann. So können die Jungs für immer von der Straße wegkommen. Sie brauchen für ihr Leben keine Drogen. Das ist der größte Scheiß. Sport ist dagegen das Beste, was es gibt. Mit ihm kann man viel erreichen. Bei Lothar Kannenberg haben sie eine Chance. Ich bin froh, dass sie bei ihm sind. Er ist ein prima Mensch.
Was zeichnet Lothar Kannenberg aus?
Abraham: Er macht aus den Jugendlichen eine Persönlichkeit. Er gibt ihnen das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Dabei ist er auch etwas Besonderes. Wie ein Psychologe schafft er es, schwache Menschen stark zu machen. 90 Prozent der Jugendlichen, die bei ihm waren, kehren als Persönlichkeiten in das wirkliche Leben zurück.
Wie oft haben Sie noch Kontakt zu Lothar Kannenberg?
Abraham: Wir telefonieren jede Woche mindestens einmal miteinander. Ich bin für ihn 24 Stunden am Tag erreichbar. Das wird sich nie ändern.
Wie ist der Kontakt zu Lothar Kannenberg überhaupt zu Stande gekommen?
Abraham: Das war 2003. Mein ein Jahr jüngerer Bruder Alexander und ich haben damals meinen Onkel in Kassel besucht. Er hat uns Lothar Kannenberg vorgestellt. Er hat uns aufgefordert, mit ihm zu trainieren. Dabei hat er erkannt, dass wir gute Talente sind. Seitdem hat er uns gefördert. Er hat auch den Kontakt zu dem Profiboxstall von Wilfried Sauerland hergestellt. Auch deshalb wird Lothar Kannenberg immer eine Bezugsperson für mich bleiben. Die Zeit in Kassel werde ich nie vergessen.
Können Sie sich vorstellen, Ihren Titel einmal in Kassel zu verteidigen?
Abraham: Sehr gerne würde ich meinen Titel in Kassel verteidigen. Aber das ist Sache des Managements.
 
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letzte Aktualisierung: 23.10.06