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19.
Oktober 2007
gemeinschaftliches
Engagement gegen Nazi-Demo
breites
Bündnis gegen Nazis am 20.10. in Kassel
Gewerkschaften,
Kirchen, Parteien, Jugendorganisationen und viele weitere Beteiligte
organisierten ein breites Bündnis gegen den Versuch von nordhessischen
Neonazis, am 20. Oktober eine Demonstration in Kassel zu veranstalten.
Die Stadt hatte zwei entsprechend angemeldete Versammlungen verboten.
Die Verbote wurden vom Verwaltungsgericht aufgehoben.
news-ticker |
Bündnis-Aufruf |
Details
zur Nazi-Demo |
Pressespiegel |
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news-ticker
unbestätigte
Hinweise, Netz-Recherche, aktuelle Rechtslage, sonstiges
Unterstützung
bei den Vorbereitungen und Hilfe bei der Durchsetzung der Demonstration
vor dem Verwaltungsgericht erhielten die Kasseler Neonazis zuletzt
von Manuel Mann aus Marburg. Mann hat selbst eine zweite Anmeldung
beim Ordnungsamt eingereicht. Der bekannte Aktivist trat beispielsweise
im Jahr 2004 als Kopf des sogenannten "Aktionsbüro Mittelhessen
ABM" in Erscheinung. Mit diesem Sammelbecken für autonome
Nazis in Mittelhessen organisierte Manuel Mann mehrere Demonstrationen
in dem Ort Gladenbach bei Marburg.
Bürgermeister
Thomas-Erik Junge hat diese zweite Demonstration, die unter dem
gleichen Motto und auf einer ähnlichen Route wie die Demonstration
von Mike Sawallich angemeldet wurde, ebenfalls verboten. Das Verwaltungsgericht
hat das Verbot für beide Demonstrationen aufgehoben! Derzeit
sind also beide Veranstaltungen als genehmigt zu betrachten. Es
ist aber davon auszugehen, dass es nur eine Nazi-Demo geben wird.
Die
Neonazis und der antifaschistische Protest werden durch die Fulda
an der Brücke am Altmarkt getrennt sein. Das Bündnis
gegen Rechts wird nach der Auftakt-Kundgebung am Rathaus, die
ab 10.00 Uhr beginnen soll, mit einem Demonstrationszug über
den Friedrichsplatz und den Steinweg zur Kreuzung am Altmarkt
ziehen. Die Rechtsextremen sollen auf der anderen Seite der Brücke
am Altmarkt, also in der Unterneustadt, auflaufen dürfen.
Konkrete
Pläne für den Widerstand gegen die Faschisten können
aus verständlichen Gründen hier nicht veröffentlicht
werden.

Aufruf
des Bündnis gegen Rechts Kassel
Im
Gedenken an die Opfer - keinen Platz den Nazis
Samstag,
20. Oktober 2007, 10 Uhr, Rathaus Kassel - Antifaschistische
Kundgebung

Am
20. Oktober 2007 wollen Neonazis der "Freien
Kameradschaften" in Kassel einen Aufmarsch zum
"Gedenken der alliierten Bombenopfer" durchführen.
Gegen eine solche politische Provokation müssen
demokratische und antifaschistische Kräfte der
Stadt gemeinsam handeln.
In
Nordhessen ist kein Platz für braunes Gedankengut.
Gerade erst hat sich Kassel als "Stadt der documenta
12" von ihrer weltoffenen Seite für Hunderttausende
Besucher gezeigt. In dieser Stadt leben heute Menschen
aus über 140 Ländern, die weder Rassismus
noch Neofaschismus und braune GeschichtsverfälscherInnen
wollen.
Leider
mussten in der Stadt und besonders im Umland in den
letzten Monaten immer wieder gewalttätige Ausschreitungen,
Auftritte von Neonazis und antisemitische Übergriffe
registriert werden.
Es
ist zynische Verfälschung der Geschichte, wenn
die ideologischen Nachfolger der NS-Politik der Opfer
der Kasseler Bombennacht vom 22./23. Oktober gedenken
wollen.
Verantwortlich
für dieses Bombardement war doch gerade die faschistische
Kriegspolitik:
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Kassel
war eine der größten Rüstungsschmieden
im Deutschen Reich, Henschel, Wegmann, Fieseler
sorgten mit ihrer Produktion für den
Nachschub an Rüstungsgütern.
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Kassel
war ein strategisches Zentrum der Kriegsplanung.
Es war nicht nur die Stadt der "Reichskriegertage",
sondern auch des Generalkommandos, von wo
aus der Überfall auf Polen und die weiteren
Schritte der Wehrmacht geplant wurden.
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Kassel
war ein logistisches Zentrum der Kriegsführung.
Rüstungsgüter und Truppentransporte
zwischen den Fronten liefen über den
Verkehrsknotenpunkt Kassel.
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Kassel
wurde damit zur Zielscheibe der militärischen
Gegenschläge.
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Kassel
war außerdem Ort des Schreckens und
des Leides für tausende Deportierte,
Zwangsarbeiter und Häftlinge.
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Diesen
Zusammenhang beim Gedenken an die Opfer der Bombennacht
deutlich zu machen, ist seit Jahrzehnten Konsens unter
demokratischen Kräften in Kassel.
Wenn
Neonazis heute versuchen, mit geschichtsrevisionistischen
Tönen dieses Gedenken zu verfälschen, zeigen
sie, dass es ihnen mit solcher Instrumentalisierung der
Toten nicht um die Opfer der Bombennacht, sondern um die
Rehabilitierung der verbrecherischen Naziherrschaft geht.
Im
Sinne aller in dieser Stadt lebenden Menschen sagen wir:
In
Nordhessen ist kein Platz für Neonazis,
kein
Platz für ihre Aufmärsche und
für rechtes Gedankengut!
Wir
rufen DemokratInnen und AntifaschistInnen aller politischer
Orientierungen dazu auf, gemeinsam diesen Protest in aller
Deutlichkeit auf die Straße zu tragen.
Bündnis
gegen Rechts, Kassel
Zur
Teilnahme an den Protesten gegen den Naziaufmarsch rufen
auf:
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Antifa
Kassel
AStA Uni Kassel
Attac
Regionalgruppe Kassel
Autonomes
Schwulenreferat der Universität Kassel
Autonomes
Zentrum Bazille
BUND Kassel
Bündnis ´90/Die Grünen Kassel
Bürgerinitiative
´Leere Kassen- Calden lassen´
CSD-Organisationsteam
DGB Nordhessen
DIDF
DIE LINKE. Kassel Stadt & Landkreis
DKP - Kreis Kassel
Evangelische Kirche in Kassel
Frauen-Lesben-Zeitung
Krampfader
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW
Kreisverband Kassel-Stadt
Gewerkschaft
Nahrung Genuss Gaststätten NGG Nordhessen
Gruppe 8. Mai
IG
BAU Nordhessen
IG Metall Vertrauenskörper VW Kassel
IG Metall Nordhessen
Kasseler Friedensforum
Kasseler Linke.ASG
Katholische Kirche Kassel
Kommunistische
Partei Deutschland
MLPD Kreis Kassel
Mobiles Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus
- für demokratische Kultur in Hessen eV
Netzwerk
Linke Opposition Nordhessen
Projekt
´Eine andere Welt - wie denn?´
StadtschülerInnenrat
Kassel
[´solid] - Schwalm-Eder & Kassel
Sozialistische Alternative (SAV)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
Kassel
ver.di Nordhessen
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN)
- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten,
Kassel
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Details
zur Nazi-Demo gemäß
Auflagen nach Aufhebung des Verbots
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Art:
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Demonstration |
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Anmelder:
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Mike
Sawallich |
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auch
Anmelder:
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Manuel
Mann |
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Datum:
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Samstag,
20. Oktober 2007 |
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Uhrzeit:
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12.00
Uhr - 15.00 Uhr |
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Ort:
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Stadtteil
Unterneustadt,
im
Bereich Platz der Deutschen Einheit /
Hafenstraße / Messeplatz
(exakte
Route nicht bekannt)
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Teilnehmer:
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bis
150 |
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Motto:
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"Jahrestag
der Bombardierung Kassel" |
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Rechtslage:
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Verbot
vom Verwaltungsgericht aufgehoben
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Pressespiegel

HNA
online vom 17. Oktober 2007
Aufruf
zum Protest gegen Rechts
Oberbürgermeister
ruft zur Beteiligung auf

Oberbürgermeister
Bertram Hilgen hat alle Bürgerinnen und Bürger
aufgerufen, ein Zeichen für Demokratie und Toleranz
zu setzen und am Samstag, 20. Oktober, 10 Uhr, vor
dem Rathaus unter dem Motto "Nazis? Woll'n
mäh nid - Kassel bleibt bunt" an einer
Kundgebung teilzunehmen.
Der
NPD nahe stehende Kräfte haben für diesen
Tag in Kassel eine Versammlung angemeldet. Es sei
damit zu rechnen, dass zahlreiche Teilnehmer aus dem
rechtsextremen politischen Lager nach Kassel kommen
könnten.
Mit
der Teilnahme an der vom DGB Nordhessen und zahlreichen
Institutionen und Initiativen organisierten Kundgebung
vor dem Rathaus solle ein Gegenpol zum rechten Aufmarsch
gesetzt werden. Für den Magistrat der Stadt wird
Bürgermeister Thomas-Erik Junge in Vertretung
von Oberbürgermeister Hilgen sprechen, der auf
einer Dienstreise im Ausland sein wird.
Unter
dem unverfänglichen Motto "Jahrestag
der Bombardierung Kassels", das sich auf
die Bombennacht am 22./23 Oktober 1943 bezieht, werde
die rechte Szene den Versuch unternehmen, rechtsextremistische
Parolen zu verbreiten, erläuterte Hilgen. "Das
ist für die Angehörigen und Hinterbliebenen
der Opfer der Bombardierung von Kassel und für
die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung
eine Provokation, die wir nicht unkommentiert hinnehmen
werden."
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Hessischer
Rundfunk - hr online vom 19. Oktober 2007
Rechtsradikale
dürfen demonstrieren

Nach
ähnlichen Entscheidungen in Frankfurt und Rüsselsheim
ist auch in Kassel das Verbot einer rechtsradikalen
Demonstration gerichtlich gekippt worden.
Das
Kasseler Verwaltungsgericht hob mit Eilbeschlüssen
das von der Stadt verhängte Verbot einer NPD-nahen
Demonstration zum Jahrestag der Bombardierung Kassels
am Samstag auf. Konkrete Hinweise auf eine "unmittelbare
Gefährdungslage" habe die Stadt nicht nennen
können.
In
Frankfurt ist eine Demonstration der NPD, in Rüsselsheim
eine der Republikaner gegen Moschee-Neubauten geplant.
Gegendemonstrationen sind angekündigt.
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