8. März 2009
NPD-blog.info
Neonazi Kevin S. offenbar
aus dem Gefängnis entlassen
Kevin S., Neonazi aus der Wetterau und ehemaliger Aktivist des Neonazi-Videoprojekts "Volksfront Medien", ist offenbar aus der JVA Rockenberg freigelassen worden. Das berichtet die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main. S. hatte am 20. Juli 2008 gemeinsam mit anderen Neonazis ein Zeltlager der Linksjugend [´solid] überfallen und dabei ein in einem Zelt schlafendes 13-jähriges Mädchen mit einem Klappspaten fast totgeschlagen. Er wurde am 12. Januar 2009 wegen schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung zu 27 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.
Der vorsitzende Richter bezeichnete Kevin S. als Ideengeber des Überfalls, der bei der Ausführung überlegt und planvoll vorgegangen sei. Auch die motorische Leistung und die nur wenigen Gedächtnislücken sprächen gegen eine verminderte Schuldfähigkeit. Die von Kevin S. gewählte Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung stehe im Bereich der niedrigen Beweggründe sittlich auf einer der untersten Stufen. Einen von Kevin S. angeregten Täter Opfer Ausgleich lehnte das Gericht ab, da er neben der Haftstrafe nicht vorgesehen sei.
Nach dem Urteil verblieb S. auf Grund des U-Haft-Befehls der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft und stellte einen Revisionsantrag gegen das Urteil, somit wurde das Urteil gegen ihn nicht rechtskräftig. Der Haftbefehl für die Untersuchungshaft wurde nun von einem Gericht in Kassel ausser Vollzug gesetzt und S. freigelassen. Als Begründung wird laut ANK angegeben, dass erst in 2010 eine neue Verhandlung stattfinden kann und eine bis zu diesem Zeitpunkt dauernde Untersuchungshaft die zu erwartende Dauer der zu verbüßenden Strafhaft möglicherweise übersteigen würde.
S. wurde dem Bericht zufolge bereits in Butzbach (Wetterau) gesehen, weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass er wieder Kontakte in der Nazi-Szene aufnimmt. Das Opfer und seine Familie wurde von offizieller Seite nicht darüber informiert, dass S. auf freiem Fuß ist.
mehr zum Thema:
Mädchen fast totgeschlagen: 27 Monate Haft für Neonazi Kevin S.
NPD-blog.info am 12.01.2009
Rechter Schläger wieder draußen
DIE LINKE. empört über Freilassung von Kevin S.
Kreistagsabgeordneter Michael Mager am 11.03.2009
NPD-blog.info am 12.01.2009
Mädchen fast totgeschlagen: 27 Monate Haft für Neonazi Kevin S.
Das Landgericht Kassel hat den Neonazi Kevin S. am 12. Januar 2008 wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Trotz erheblichen Alkoholkonsums zum Tatzeitpunkt sei der Mann nach Angaben des Gerichts voll schuldfähig. Er hatte zugegeben, dass er im Juli 2008 in einem Zelt mit einer Glasflasche und einem Klappspaten auf zwei Schlafende eingeschlagen hatte.
Der vorsitzende Richter bezeichnete Kevin S. als Ideengeber des Überfalls, der bei der Ausführung überlegt und planvoll vorgegangen sei. Auch die motorische Leistung und die nur wenigen Gedächtnislücken sprächen gegen eine verminderte Schuldfähigkeit. Die von Kevin S. gewählte Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung stehe im Bereich der niedrigen Beweggründe sittlich auf einer der untersten Stufen. Einen von Kevin S. angeregten Täter Opfer Ausgleich lehnte das Gericht ab, da er neben der Haftstrafe nicht vorgesehen sei.
Ein 13-jähriges Mädchen und ihr zehn Jahre älterer Bruder wurden verletzt, das Mädchen schwer. Das Urteil entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger, der NPD-Politiker Dirk Waldschmidt, hatte sich gegen eine Haftstrafe ausgesprochen.
Vier Komplizen von Kevin S. waren bereits im Dezember vom Amtsgericht Schwalmstadt zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die vier 19- bis 24-jährigen Männer, darunter zwei aus der rechten Szene, waren mit dem Verurteilten in das Zeltlager gefahren, hatten dort aber nur Autos demoliert und ein Banner gestohlen.
Kreistagsabgeordneter Michael Mager am 11.03.2009
Rechter Schläger wieder draußen
DIE LINKE. empört über Freilassung von Kevin S.
Mit Erstaunen und Empörung hat der Kreistagsabgeordneter der Partei DIE LINKE. Schwalm-Eder Michael Mager erfahren, dass der wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte Kevin S. aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.
Als Begründung wird angegeben, dass erst in 2010 eine neue Verhandlung stattfinden kann und eine bis zu diesem Zeitpunkt dauernde Untersuchungshaft die zu erwartende Dauer der zu verbüßenden Strafe möglicherweise übersteigen würde.
"Das ist völlig unverständlich!" sagt der Kreistagsabgeordnete Michael Mager, "S. hat erst knapp ein Viertel seiner Strafe verbüßt, die in der Revision zu erwartende Strafe wird wohl kaum geringer ausfallen. Das Kasseler Gericht hätte ihn auch bis 2010 in Haft halten können."
Für die Neonazi Szene hat diese Entscheidung aufmunternde Wirkung. "Willkommen zurück Kevin" wird er im Internet begrüßt. Schnippkoweit wurde bereits in Butzbach gesehen und erkannt, weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass er wieder Kontakte mit der Nazi-Szene aufnimmt.
Das Opfer und seine Familie wurde von offizieller Seite nicht darüber informiert, dass S. auf freiem Fuß ist." Das ist ein Skandal!" meint Michael Mager. Er fordert, dass die Staatsanwaltschaft ein Aufenthaltsverbot für Kevin S. im Schwalm-Eder Kreis ausspricht. Nur so kann man die Opferfamilie schützen. Äußerungen von Neonazis im Internet wie "einer ohnehin vergurkten Zeckengöre ein paar pädagogisch gut gemeinte Schläge auf den Hinterkopf zu geben" lassen jedenfalls Schlimmes befürchten.
Der Staatsschutz wurde bereits über diese und ähnliche Äußerungen der Neonazis im Internet informiert, man erwartet, dass dagegen konsequent vorgegangen wird.
Michael Mager
DIE LINKE. im Kreistag Schwalm-Eder
 
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letzte Aktualisierung: 18.03.09