18. Juli 2007
KSV Hessen Kassel
Löwen zeigen Flagge
gegen Rechtsradikale und Rassismus
Auf den offenen Auftritt von Rechtsextremisten in der Fankurve des KSV Hessen Kassel in der vergangenen Saison will der Verein mit einer deutlichen Aktion reagieren. So sollen beispielsweise die Spieler des KSV zum Saisonauftakt in der Fußball-Regionalliga am 28. Juli in Trikots mit der Aufschrift "Löwen gegen Rassismus" auflaufen. Eine Initiative des Fanbeauftragten Markus Lämmer, unterstützt vom Vereinsvorstand.
KSV Hessen Kassel e.V.
KSV-Anti-Rassismus-Tag
Auf Initiative des Fanbeauftragten des KSV Hessen Kassel, Markus "Lämmi" Lämmer, wird es zum ersten Serienspiel der neuen Regionalliga-Saison am 28. Juli 2007 (gegen VfR Aalen, Anpfiff 14 Uhr) einen Anti-Rassismus-Tag im Auestadion geben. Dabei wird die Mannschaft von Trainer Matthias Hamann in Anti-Rassismus-Trikots auflaufen.
Auch ein sechs Meter langes Banner mit der Aufschrift „KSV-Fans gegen Nazis und Rassisten“ wird im Auestadion ausgehängt. Laut dem KSV-Fanbeauftragten Markus Lämmer soll dieses Banner bei jedem Spiel des KSV Hessen (ob auswärts oder daheim) aufgehängt werden.
Des weiteren haben sich die KSV-Fans bereits dafür eingesetzt, dass ab dem "Anti-Rassismus-Tag" im Auestadion die Marke „Thor Steinar“, womit die Rechte Szene finanziert wird, verboten wird (ist bereits in der Stadionordnung verankert). Überhaupt werden künftig Zuschauer, die anhand ihrer Kleidung eindeutig der Rechten Szene zuzuordnen sind, nicht mehr ins Stadion gelassen.
Viele Fans des KSV Hessen Kassel wollen sich an der "Anti-Rassismus-Aktion" beteiligen, zu der es auch 500 bis 1000 Aufkleber geben wird.
Ab Montag, dem 16. Juli 2007, sind offiziell die T-Shirts zur "Anti-Rassismus-Aktion" des KSV Hessen erhältlich. Und zwar für 7 Euro (1 Euro für die Fankasse) bei LHS Fanartikel (Tel. 0561-5299761) in der Frankfurter Straße 117 in Kassel (Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr, samstags 9 – 12 Uhr). Die T-Shirts tragen die Aufschrift "KSV Fans gegen Rechts".
Die Vereinsverantwortlichen des KSV Hessen Kassel und – wie Manager Marc Arnold verlauten ließ - auch der DFB bzw. der Süd- Regionalligaausschuss stimmen dieser „Anti- Rassismus- Aktion“ zu.
Herbert Pumann - KSV-Pressereferent
Hessisch Niedersächsische Allgemeine HNA
KSV-Aktion gegen Rassismus
Interview der HNA mit Markus Lämmer, dem Fanbeauftragten des KSV Hessen Kassel
Artikel auf HNA-online vom 16.07.2007
HNA: Herr Lämmer, wie ist die Idee für einen solchen Aktionstag entstanden?
Lämmer: Irgendwann gegen Ende der letzten Saison. Ich bin von Anhängern angesprochen worden, die über Ärger mit Rechtsradikalen in der Nordkurve berichteten. Da ist mir abends die Idee gekommen, dass wir ein Zeichen setzen müssen.
HNA: Was konkret ist geplant?
Lämmer: Die Mannschaft trägt Trikots mit der Aufschrift "Löwen gegen Rassismus". Mehmet Göker, der Trikot-Sponsor, hat sich sofort einverstanden erklärt. Wir Fans ziehen uns T-Shirts mit dem Schriftzug "KSV-Fans gegen Rechts" an. Die Hemden kosten sieben Euro und sind in der KSV-Geschäftsstelle zu haben. Außerdem werden wir ein sechs Meter langes Banner entrollen. Aufschrift: "KSV-Fans gegen Nazis und Rassisten." Dieses Banner soll künftig bei allen KSV-Spielen in den Stadien aufgehängt werden.
HNA: Wird die Aktion wirklich von allen Fans begrüßt?
Lämmer: Mit ist nichts Gegenteiliges bekannt. Allerdings haben einige Bedenken angemeldet. Politik gehöre nicht ins Stadion, sagen sie.
HNA: Was antworten Sie darauf?
Lämmer: Ich sehe das anders. Und der KSV-Vorstand auch. Er unterstützt uns. Auch der DFB steht hinter uns.
HNA: Wie viele Rechtsradikale sind regelmäßig bei KSV-Spielen dabei?
Lämmer: Schwer zu sagen. Sie treten vereinzelt auf.
HNA: Woran erkennt man sie?
Lämmer: Unter anderem an den Klamotten. Die rechte Szene trägt gerne Thor-Steinar-Sachen. Personen, die so angezogen zum KSV gehen, dürfen künftig nicht mehr ins Stadion. Das hat der KSV ab sofort so festgelegt.
HNA: Gibt es Vereine, die ähnlich gegen Rechte vorgehen?
Lämmer: Bei Werder Bremen dürfen Thor-Steinar-Klamotten auch nicht getragen werden.
HNA: Warum ist der Fußball für Rechte so attraktiv?
Lämmer: Sie erhoffen sich eine gute Plattform. Ich habe aus anderen Stadien schon gehört, dass dort die NPD versucht, Fans anzuwerben.
HNA: Hat es das in Kassel auch schon gegeben?
Lämmer: Nein. Mir ist jedenfalls nichts bekannt.
HNA: Was geschieht mit Anti-Rassismus-Trikots der Spieler nach der Begegnung?
Lämmer: Sie sollen über Ebay versteigert werden. Die Einnahmen werden dem Kasseler Kinderschutzbund überwiesen. Von dem Erlös aus dem T-Shirt-Verkauf beziehungsweise dem Verkauf von Aufklebern fließen jeweils ein Euro (Shirt) und zehn Cent (Aufkleber) in die Fankasse.
 
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letzte Aktualisierung: 18.07.07