21. Oktober 2008
"Operation Enduring Freedom"
Marschbefehl für Schwarzenborn
200 Soldaten des Jägerregiments 1 aus Schwarzenborn im Knüll werden im nächsten Frühjahr nach Afghanistan verlegt. 200 weitere Soldaten aus der Knüll-Kaserne werden sie im November 2009 ablösen. Bestätigt wurden die Meldungen von Oberst Klös, Kommandeur des Jägerregiments 1, sowie von dem nordhessischen Abgeordneten im Bundestag, Gerd Höfer (SPD), Mitglied im Verteidigungsausschuss. Für die Menschen in der Region ist die deutsche Beteiligung am "Kampf gegen den Terror" damit nicht mehr nur eine Notiz in den Nachrichten.
Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks vom 15. Oktober sollen die Soldaten ab April 2009 Kampfverbände ablösen, die bereits seit längerem im Norden Afghanistans stationiert sind. Die schnelle Eingreiftruppe soll die Internationale Schutztruppe ISAF sichern. Die Soldaten aus Schwarzenborn sollen ab November gezielt auf ihre neue Aufgabe vorbereitet und dann in zwei oder drei Etappen in den Norden Afghanistans verlegt werden, sagte ein Armee-Sprecher gegenüber dem Hessischen Rundfunk.
Das Jägerregiment 1 in Schwarzenborn im Knüll (Karte) ist ein luftbeweglicher Verband im deutschen Heer. Das Regiment gehört der Luftbeweglichen Brigade 1 der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) an. Bei den Soldaten dieses neuen Verbandes handelt es sich nicht um Fallschirmjäger, sondern um leichte und damit durch Hubschrauber luftbewegliche Infanterie. Das Jägerregiment 1 soll eine Personalstärke von mehr als 1.248 Soldaten haben und ist unterteilt in Eingreif-, Stabilisierungs- und Unterstützungskräfte. Die Kompanien der Eingreifkräfte sind im nordhessischen Schwarzenborn stationiert.
Die Operation Enduring Freedom (OEF, englisch für "Operation andauernde Freiheit“) ist die erste und bisher einzige militärische Großoperation im Rahmen des von den Vereinigten Staaten ausgerufenen "Krieges gegen den Terrorismus". Sie sollte ursprünglich Operation Infinite Justice (engl. Operation grenzenlose Gerechtigkeit) heißen, jedoch musste dieser Titel geändert werden, weil aus islamischer Sicht Gerechtigkeit allein bei Allah anzusiedeln sei. Dieser Krieg wird in vier Weltregionen durchgeführt: in Afghanistan, am Horn von Afrika, auf den Philippinen und in Afrika innerhalb und südlich der Sahara. Die Bundeswehr beteiligt sich militärisch an den Einsätzen in Afghanistan und im Indischen Ozean. (Quelle: wikipedia)
Anlässlich der Mandatsverlängerung 2006 wurde breite Kritik am Einsatz laut. Dabei wurde auch der Einsatz deutscher Spezialkräfte in Afghanistan kritisiert. Als Reaktion hat die Regierung klargestellt, dass diese nicht mehr in der Operation Enduring Freedom sondern in der ISAF eingesetzt werden. Die Internationale Sicherheitsunterstützungs-Truppe, kurz ISAF (aus dem engl. International Security Assistance Force), ist eine Sicherheits- und Aufbaumission unter NATO-Führung in Afghanistan.
Im Rahmen von Operation Enduring Freedom und des ISAF-Einsatzes haben bis August 2008 insgesamt 862 Soldaten der Terroristenjäger ihr Leben gelassen, darunter 507 US-Amerikaner, 116 Briten, 89 Kanadier, 26 Deutsche, (...). Die Bundeswehr kämpft weiter in diesem NATO-Krieg, der in diesem Jahr einen traurigen Rekord an Todesopfern auf allen Seiten verzeichnet. Im Juli 2008 gab es 260 zivile Opfer. Insgesamt kann bereits jetzt von mehr als 1.000 zivilen Opfern in diesem Jahr ausgegangen werden.
Erst am Donnerstag (16.10.2008) hat der Bundestag der Verlängerung und Ausweitung des Afghanistan-Mandats mit breiter Mehrheit zugestimmt. Union und SPD stimmten ebenso wie die FDP für den Antrag der Bundesregierung, wonach in den kommenden 14 Monaten bis zu 1.000 zusätzliche Bundeswehr-Soldaten im Rahmen der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) eingesetzt werden können.
Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin soll nach Pressemeldungen vor der "Illusion" gewarnt haben, ein sofortiger Abzug der Truppen würde zu Frieden führen. "Wir dürfen jetzt nicht wieder den ganzen Ansatz in Frage stellen", mahnt nach Zeitungsberichten auch Winfried Nachtwei, von 2002 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Am 13. Januar 1980 wurde in Karlsruhe die Bundespartei DIE GRÜNEN gegründet. Ihre politische Basis fand sich in den Schlagworten "sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei". Die Bundesversammlung der Partei in Saarbrücken am 22./23. März 1980 verabschiedete das Grundsatzprogramm, das u. a. für die Abschaffung der NATO eintrat. Haben die Grünen sich eigentlich mal von der Friedensbewegung distanziert? Offiziell wohl nicht.
Diverse Umfragen in Deutschland weisen schon seit Beginn der Beteiligung am Krieg eine immer deutlichere Ablehnung aus. Nach den jüngsten Vorfällen sind immer mehr Deutsche für einen schnellen Abzug der Truppen. Nach dem Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap sind es im August 2008 zehn Punkte mehr als noch zwei Monate zuvor. Lediglich ein Drittel meint, die Bundeswehr sollte weiterhin in Afghanistan stationiert bleiben. Die breite Ablehnung erklärt sich schon mit der lächerlichen Argumentation, mit der Teilnahme am "Krieg gegen den Terror" würde das "Risiko" für die deutsche Bevölkerung gesenkt...
Mit Bekanntwerden der Teilnahme von Soldaten der Knüll-Kaserne am Afghanistan-Einsatz ist der Krieg so nahe, dass Mensch nun keine Scheu und keine Ausrede mehr haben kann, seinen Widerspruch organisiert und deutlich zu formulieren.
Bundeswehr weggetreten!
Stephan Siebrecht, antimanifest
unsere Artikel zum Thema:
Waffenschau in Fritzlarantimanifest am 19.08.2008
sicheres Hinterland im "Kampf gegen den Terrorismus"antimanifest am 12.06.2008
HNA online am Dienstag, 15. Oktober 2008
200 Soldaten gehen nach Afghanistan
Schwarzenborner Truppe im Einsatz
Schwarzenborn. Im Mai kommenden Jahres werden 200 Soldaten des Jägerregiments aus Schwarzenborn nach Afghanistan abrücken. Nach Angaben von Oberst Bernd Klös, Kommandeur des Jägerregiments, wird die 200 Mann starke Truppe als Quick Reaction Force (QRF= schnelle Eingreiftruppe) eingesetzt. Ihre Aufgabe: Vorfälle bereinigen und als kurzfristige Verstärkung dienen.
Ausgerüstet sind die Soldaten mit dem System Infanterist der Zukunft. Die Vorbereitungen für den Einsatz in Afghanistan laufen nach Angaben des Kommandeurs seit Jahresbeginn. Unter anderem seien die Soldaten in Schwarzenborn vorbereitet worden. Ferner seien sie im unterfränkischen Hammelburg in der Infantrieschule gewesen. Weiter hätten die Soldaten Lehrgänge absolviert, beispielsweise den Umgang mit dem gepanzerten Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo.
Über den Einsatzort der Schwarzenborner Soldaten wollte Oberst Klös nur soviel sagen, dass er im Norden Afghanistans liege. Der Aufenthalt der Truppe ist für ein halbes Jahr geplant. Im November kommenden Jahres werden sie von 200 Mann abgelöst, die ebenfalls aus der Knüllkaserne in Schwarzenborn kommen. Insgesamt wird der Einsatz ein Jahr dauern. Den Einsatz der Schwarzenborner Soldaten bestätigte der Bundestagsabgeordnete Gerd Höfer. Höfer, Mitglied des Verteidigungsausschusses. Er erklärte, dass die Schwarzenborner Soldaten als Jägerregiment "zur ersten Kategorie der Streitkräfte zählen". Die Folge: Die Soldaten müssen sich vermehrt auf Einsätze im Ausland einstellen. Als luftbewegliche Infanteristen seien sie flexibler als die reine Infanterie, könnten schnell eingesetzt werden und ebenso schnell verschwinden.
Den Einsatz mit Hubschraubern zu üben, sei einer der Gründe für die Erweiterung der Flugverbotszone auf dem Knüll. Auch Höfer machte keine Angaben über den Einsatzort der 200 Soldaten.
weiterführende links:
Wikipedia - freie Enzyklopädiehttp://de.wikipedia.org
Operation Enduring Freedom
Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, ISAF
Jägerregiment 1
Jäger (Militär)
Division Luftbewegliche Operationen
Stadt Schwarzenborn
Frankfurter Rundschau - FR onlinewww.fr-online.de
Artikel vom 15.10.2008: Hessische Soldaten ziehen an den Hindukusch
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine HNA - regionale Tageszeitungwww.hna.de
Artikel vom 15.10.2008: 200 Soldaten gehen nach Afghanistan
Hessischer Rundfunk - hr onlinewww.hr-online.de
Artikel vom 15.10.2008: Von Nordhessen an den Hindukusch
sonstige
AG Friedensforschung an der Universität Kassel
Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung
 
Nun kleiner Zinnsoldat das Spiel heisst Überleben
Die Schlacht ist die Arena, das Ende vorbestimmt
Durch all jene die dem blutigen Treiben zujubeln
Menschlein, erfreu dich deiner bunten Uniform
Irgendwann wird sie durchlöchert
Und sicher nicht vom Fraß der Motte
Und sicher nicht...
Ihr seid der Stier der euer Tuch blutrot färben wird
 
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letzte Aktualisierung: 21.10.08