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7.
Mai 2010
Rechtsextremismus
in Nordhessen
rechtsextremistische
Aktivitäten
beschränken
sich nicht auf die Schwalm
Seit
2008 gaben Straftaten von Anhängern der "Freien
Kräfte Schwalm-Eder"
nahezu wöchentlich Anlass für Berichte. Wir wollen jedoch
nicht versäumen, den Blick auch auf andere Brennpunkte in Nordhessen
zu lenken. Presseberichte und Meldungen der Polizei aus den letzten
Wochen machen deutlich, dass die Entwicklungen in der Schwalm keine
Ausnahme bleiben müssen.
Diese
Vorstellung ist für viele Menschen in Nordhessen allzu schmeichelhaft:
Rechtsextreme Schläger, antisemitische und rassistische Hetze,
dumpfer Nationalismus - die Schwalm. Nährboden für eine
ganze Bande von Faschoschweinen. Typisch, hört man.
Kein Wunder, heißt es.
Im
strukturschwachen Nordhessen halten sich viele Menschen eben schon
für weltoffen und kultiviert wenn sie im weiteren Umkreis der
´Großstadt´ Kassel oder einfach nur an der Autobahn
dorthin wohnen. Im Neubaugebiet von Suburbia fühlt der ´moderne
Nordhesse´ sich dann weit entfernt von ländlicher Provinz.
Die Schwalm bekommt mit dem Problem Rechtsextremismus den Schwarzen
Peter zugeschoben, alle Vorurteile über die Region scheinen
bestätigt.
Ist
das Problem rechtsextremistischer Aktivitäten für die
anderen Gemeinden und Landkreise damit erledigt? Nach außen
schien es zuletzt jedenfalls so. Doch auch anderswo hat man mit
Problemen zu kämpfen. Hilfestellung von ExpertInnen wurde nicht
nur in Schwalmstadt angefordert. "Wir bohren hier ganz dicke
Bretter", so beschrieb der Rechtsextremismus-Experte Stephan
Bürger seine Arbeit im Schwalm-Eder-Kreis im November 2009
in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk.
In
der Schwalm gab es bereits vor den brutalen Gewalttaten und der
bandenmäßigen Kriminalität Hinweise auf Aktivitäten
von Neonazis. Dabei handelte es sich um einen Hinweis auf ein Rechtsrock-Konzert,
auffällig viel rechtsextremistische Propaganda im Stadtbild,
also beispielsweise Aufkleber, oder um eine Internetpräsenz
der Gruppierung. Aus heutiger Sicht waren die anfangs betriebene
Verleugnung und Verharmlosung der Hinweise fahrlässig und verschafften
den Rechtsextremen gute Deckung und freien Handlungsspielraum.
Vor
den Ereignissen in der Schwalm hatte es vergleichbare Aktivitäten
beispielsweise in Kassel gegeben. Früher wie heute hört
man auch aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, dem Landkreis Kassel
oder aus dem nördlichen Schwalm-Eder-Kreis von illegalen Konzerten,
von politisch oder rassistisch motivierter Gewalt, von Bedrohungen
oder von Propagandadelikten.
Wir
fassen nachfolgend Berichte aus verschiedenen Regionen Nordhessens
zusammen. Dabei handelt es sich um offiziell bestätigte Vorfälle
aus den letzten Monaten. Angesichts der zuletzt gut dokumentierten
Entwicklung in der Schwalm können regelmäßige Hinweise
auf rechtsextremistische Aktivitäten in anderen Regionen nur
Anlass zur Sorge sein. Was die verbreitete Kultur des Wegsehens
und Verharmlosens dabei bewirkt, das ist wie gesagt gut dokumentiert.
Kassel
Im
September 2009 ritzten unbekannte Täter Hakenkreuze in sieben
Autos im Kasseler Stadtteil Waldau. Auf einem Parkplatz an der Görlitzer
Straße 71-73 wurden an einem Sonntagmorgen sechs Fahrzeuge
zerkratzt aufgefunden, auf Höhe der Hausnummer 79 später
ein weiteres. Der Lack der Fahrzeuge wurde jeweils an mehreren Stellen
beschädigt. (Quelle:
NH24 am
28.09.2009)
Unbekannte
malten im November 2009 mindestens sechs Hakenkreuze auf Häuserwände
in der Frankfurter Straße in Kassel. Neben einigen der Hakenkreuze
stand: "immer da!". In Kassel-Mitte tauchten in
den vergangenen Wochen zudem immer wieder Aufkleber der Neonazi-Gruppe
"Freier Widerstand Kassel" auf. (Quelle:
Nordhessische)
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FW
Kassel am 13.02.2010 in Dresden
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Zu
der von der rechtsextremen "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland
(JLO)" angemeldeten Großdemonstration am 13.02.2010
in Dresden reisten auch Anhänger der Gruppierung "Freier
Widerstand Kassel" an. Sie gaben sich während des
Aufmarsches der Faschisten am Neustädter Bahnhof mit einem
eigenen Transparent zu erkennen.
(Der
Marsch der Faschisten wurde durch spontane Sitzblockaden verhindert.
Tausende linke Gegendemonstrationen blockierten den Neustädter
Bahnhof in Dresden. Die Polizei gab an, sie könne nicht mehr
für die Sicherheit der rechten Demonstranten garantieren. Damit
verhinderten Gegendemonstranten zum ersten Mal einen Trauermarsch
der JLO. Das Bündnis "Dresden Nazifrei" hatte
mit geschätzten 15.000 Teilnehmern mit einer Menschenkette
um die Innenstadt gegen Rechtsextremismus demonstriert.)

In der Nacht zum 1. Mai 2010, dem symbolträchtigen Internationalen
Tag der Arbeiterbewegung, haben offenbar rechtsextreme Täter
am Kasseler Gewerkschaftshaus in der Spohrstraße Drohungen
hinterlassen. "Wir sind da!!!" und "Volksverräter"
wurde an die Fassade geschmiert. Beschädigt wurde dabei
auch eine Gedenktafel, die an die Erstürmung des Hauses
durch die Nationalsozialisten vor 78 Jahren erinnert. Die Polizei
ermittelt wegen Sachbeschädigung. Einen eindeutigen rechtsextremistischen
Hintergrund sieht die Polizei nicht. (Quellen:
Nordhessische,
HNA online am
1. Mai 2010)
Landkreis
Waldeck-Frankenberg
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Aufkleber
in Bad Wildungen, 9. Mai 2010
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In
Bad Wildungen fand die Polizei im Frühjahr 2010 im Stadtbild
zahlreiche Aufkleber und Plakate einer "Kameradschaft
Waldecker Land", so berichtet die HNA
am 30. April 2010. Die Gestaltung der braunen Propaganda sei durch
die Farbkombination schwarz-weiß-rot und durch die Signatur
"Kameradschaft Waldecker Land" geprägt.
Die Kriminalpolizei habe Aufkleber und Plakate sichergestellt.
"Es handelt sich bei den Inhalten der Aufkleber und Plakate
nicht um verbotene Dinge. Dennoch ordnen wir die Aktion der rechten
Szene zu", erklärte Hartmut Ide, Leiter der Polizeistation
Bad Wildungen, gegenüber der örtlichen Tageszeitung.
Eine "Kameradschaft Waldecker Land" sei der Polizei
bislang nicht bekannt, sagte der Wildunger Polizeichef.
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Aufkleber
in Bad Wildungen, 9. Mai 2010
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Ergänzung,
9. Mai 2010:
Ein Rundgang durch Bad Wildungen von antimanifest
am 9. Mai 2010 ergab, dass tatsächlich zahlreiche Nazi-Aufkleber
in Bad Wildungen zu finden sind. In der Innenstadt findet man
sie an beinahe jeder Laterne, auf vielen Schildern und leider
auch auf den Schulhöfen. Jedoch handelt es sich bei den von
uns gefundenen Aufklebern nicht um Propaganda einer "Kameradschaft
Waldecker Land", sondern um selbstgestaltete Werbung
für eine "Aktionsgruppe Waldecker Land"
sowie um zahlreiche bekannte Motive der Gruppen "Freier
Widerstand Kassel" und "Freie Kräfte Schwalm-Eder".
Weitere Fotos aus Bad Wildungen findet Ihr in unserem Archiv.
Die
Zahl der offiziell als rechtsextremistisch eingestuften Straftaten
nahm im Landkreis Waldeck-Frankenberg von 26 im Jahr 2008 auf
36 im Jahr 2009 zu. 13 davon wurden in Bad Wildungen registriert,
der Spitzenwert im Landkreis.
Zudem
ist der Kreisverband Nordhessen der rechtsextremen NPD
über ein Postfach in Bad Wildungen zu erreichen.
Landkreis
Hersfeld-Rotenburg
Im
Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurden seit dem Jahr 2009 zahlreiche
Propagandadelikte auffällig. Diverse Berichte über Hakenkreuz-Schmierereien
und offenbar gezielte Sachbeschädigungen finden sich in der
lokalen Presse. Im Internet tauchten in den vergangenen Jahren
Hinweise auf die Existenz einer rechtsextremen Gruppierung mit
dem Namen "Kameradschaft Waldhessen" auf.
Am
14.11.2009 wurde an einem Brückenpfeiler der A7 bei Niederaula
ein großes Hakenkreuz entdeckt. Das Hakenkreuz wurde in
weißer Farbe aufgebracht. Die Polizei ermittelte.
(Quelle: NH24
am 15. November 2009)
Eine
Strafanzeige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher
Organisationen und Sachbeschädigung hat die Polizei Bad Hersfeld
am 24.12.2009 an der Haunetalschule in Haunetal-Neukirchen aufgenommen.
Unbekannte Täter haben im Zeitraum zwischen dem 23.12. und
24.12.2009 zwei Hakenkreuze an das Garagentor und das Tor zum
Technikraum der Turnhalle gesprüht.
(Quelle: Osthessen-news
am 25. Dezember 2009)
Unbekannte
haben am Sonntagmorgen, 17.01.2010, zwischen 2:00 Uhr und 3:00
Uhr in Bebra mit weißer Sprühfarbe an die Wohnungstür
eines Mehrfamilienhauses in der Kasseler Straße neben einem
Hakenkreuz auch Beleidigungen gesprüht. Die Kriminalpolizei
in Bad Hersfeld ermittelte wegen Verdachts des Verwendens von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung
und Beleidigung.
Den
Sockel eines Brückenpfeilers dar A7 über die Bundesstraße
62 zwischen der Anschlussstelle Niederjossa und der Ortslage Niederjossa
verschmierten unbekannte Täter an einem Wochenende im März
2010 mit drei etwa ein Meter großen Hakenkreuzen aus weißer
Dispersionsfarbe.
(Quelle: NH24
am 14. März 2010)
In
der Nacht zum 21.04.2010 wurden auf die Außenwände der
Sporthalle der Haunetalschule in der Heinrich-Ruppel-Straße
in Haunetal-Neukirchen vier Hakenkreuze mit schwarzer Farbe aufgesprüht.
Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verwenden von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung eingeleitet.
Im
Werra-Meißner-Kreis wurden in den vergangenen Monaten, ähnlich
wie im Kreis Hersfeld-Rotenburg, verschiedene Propagandadelikte
bekannt. Vertreter der rechtsextremen NPD Nordhessen betrieben
in den vergangenen Jahren Infostände in Witzenhausen und Eschwege.
Unbekannte
Täter beschierten in einer Nacht im Juni 2009 eine Bushaltestelle
und die St.-Georg-Kirche in Waldkappel. Die Kirche wurde mit einem
Hakenkreuz und einer SS-Rune verunstaltet. Die Kriminalpolizei ermittelte
wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Orgenisationen
und wegen Sachbeschädigung. Der Schaden wurde mit 1.000,00
Euro beziffert. (Quelle:
HNA
online am 7. Juni 2009)
In
der Pontaniestraße in Eschwege wurde am 29.03.2010 auf die
Hauswand eines Mehrfamilienhauses ein großes Hakenkreuz gesprüht.
Der Schaden wird mit 500,00 Euro beziffert. An einem Garagentor
in der Schillerstraße in Eschwege wurden SS-Runen aufgesprüht.
(Quelle: NH24
am 30. März 2010)
nördlicher
Schwalm-Eder-Kreis
Im
Schwalm-Eder-Kreis sind rechtsextremistische Aktivitäten
auch abseits der Schwalm bekannt. Sowohl im Raum Fritzlar/Wabern,
als auch im Raum Melsungen/Malsfeld/Morschen gibt es rechtsextreme
Freundeskreise. Verbindungen zu bekannten Organisationen sind
nicht bekannt. In Gruppenstärke aufgetreten sind Rechtsextreme
aus dem Raum Fritzlar beispielsweise beim "Pferdemarkt"
(Volksfest) in Fritzlar im Juli 2009. Die Gruppe trug dabei eine
umfangreiche Thor-Steinar-Kollektion zur Schau.
Am
frühen Abend des 6. Juni 2009 löste die Polizei in einem
Dorf bei Fritzlar eine Veranstaltung von Rechtsextremen auf. Es
sollen bis zu 80 Personen kontrolliert worden sein. Offenbar wurden
in dem Ortsteil Räumlichkeiten angemietet, der Vermieter
kündigte den Nazis im Beisein der Polizei. Ein Sprecher der
Polizei erklärte gegenüber der Presse, die Polizeistation
Fritzlar habe auf den Hinweis eines Anwohners reagiert. Unbestätigten
Hinweisen zufolge soll sich der Vorfall in Uttershausen abgespielt
haben, einem Ortsteil der Gemeinde Wabern.
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SS-Runen
in Wabern, 30. August 2010
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Das
Amtsgericht Fritzlar verurteilte am 5. Mai 2010 drei Männer
aus Wabern im Alter von 22, 24 und 27 Jahren zu Freiheitsstrafen
von sechs und acht Monaten auf Bewährung sowie außerdem
zu Arbeitsstunden und einer Geldstrafe. Die Täter waren geständig.
Die Männer hatten im August 2009 in Wabern Wahlplakate, Hauswände,
Verkehrsschilder und das Schaufenster einer Apotheke mit Hakenkreuzen
und SS-Runen besprüht. Die Anklage lautete auf Verwenden
von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und Sachbeschädigung
in insgesamt 15 Fällen. Der Schaden soll sich auf mindestens
5.000,00 Euro belaufen. Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen
konnte den Männern nicht nachgewiesen werden. Vor Gericht
gaben sie an, sie seien durch das Ansehen von Videos mit rechtsextremen
Inhalten im Internet zu der Tat animiert worden.
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Hakenkreuze
in Wabern, 30. August 2010
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Am
29. August 2009 hatte die Polizei die drei Männer kurz nach
Ihrer Tat auf Höhe der Straße "Am Markt"
in Wabern festgenommen. Die Sprühdose mit schwarzer Lackfarbe
trug einer der drei Hakenkreuzfreunde noch bei sich. Zeugen waren
durch laute "Sieg Heil"-Rufe auf die Täter
aufmerksam geworden und hatten ihre Beobachtugen der Polizeiwache
im nahen Fritzlar gemeldet.
Stephan
Siebrecht, antimanifest

Rechte
machen aktiv gegen Präventionsrat
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine
HNA online am 30.04.2010

Hakenkreuze
auf Außenwände von Sporthalle gesprüht
Nordhessennews NH24 am 22.04.2010

Sachbeschädigung
Nordhessennews NH24 am 20.04.2010
Pressemitteilungen
der Polizei:

Gefährliche
Körperverletzung durch Mitglieder der "Freien
Kräfte Schwalm-Eder" - Folgemeldung
Polizeipräsidium Nordhessen am 28.02.2010

Wer
schmierte Hakenkreuz an Wohnungstür?
Polizeipräsidium Osthessen am 18.01.2010
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2.000
Menschen bei Mai-Demonstration in Kassel
Über
2.000 Menschen haben nach Angaben des DGB an der Maidemonstration
in Kassel teilgenommen. Die Demonstrantinnen und Demonstranten
riefen Sprechchöre für "gute Arbeit, gerechte
Löhne" und einen "starken Sozialstaat".
Die Demonstration war am Vormittag am Phillip-Scheidemann-Haus
gestartet.
Am
Königsplatz legten die Demonstranten einen spontanen
Zwischenstop ein, weil in der Nacht auf den 1. Mai Neonazis
das DGB-Haus in der Spohrstraße mit Parolen besprüht
haben. Dabei wurde auch die Gedenktafel beschäigt,
die an die Erstürmung des Hauses durch die Nationalsozialisten
vor 78 Jahren erinnert. "Wir werden nicht zulassen,
dass die Nazis uns das Haus noch einmal wegnehmen",
sagte der nordhessische DGB-Regionsvorsitzende Michael
Rudolph.
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Rechte
machen aktiv gegen Präventionsrat
Eine
"Kameradschaft Waldecker Land"
hat in Bad Wildungen mit Aufklebern und Plakaten für
einen "Nationalen Sozialismus"
geworben.
Diese
trugen die Farben schwarz-weiß-rot der früheren
Reichskriegsflagge, die auch von den Nationalsozialisten
gebraucht wurde. Laut Polizei liegt zwar kein Straftatbestand
vor, die Kripo hat Aufkleber und Plakate aber dennoch
sichergestellt. "Es handelt sich bei den Inhalten
der Aufkleber und Plakate nicht um verbotene Dinge.
Dennoch ordnen wir die Aktion der rechten Szene zu",
erklärt Hartmut Ide, Leiter der Polizeistation
Bad Wildungen.
Ein
Straftatbestand im Sinne der Verwendung verbotener und
verfassungswidriger Zeichen oder Symbole läge nicht
vor, stellt er klar. Die Polizei geht davon aus, dass
sich die Aufkleber und Plakate gegen einen Workshop
des Präventionsrates richteten, der am vergangenen
Wochenende im Bad Wildunger Jugendhaus stattgefunden
hat. Zu dem Workshop gegen Rechts waren unter anderem
Kirmesväter aus der Region eingeladen gewesen.
Einige Aufkleber und Plakate wurden von den Bad Wildunger
Ordnungshütern eingesammelt und an die Kriminalpolizei
weitergeleitet.

Eine
Kameradschaft Waldecker Land sei bislang noch nicht
in Erscheinung getreten, erklärt der Bad Wildunger
Polizeichef Hartmut Ide gegenüber unserer Zeitung.
Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es die so genannten "Freien
Kräfte Schwalm-Eder". Bei ihnen handelt es
sich um einen losen Personenzusammenschluss von Neonazis,
der laut Verfassungsschutzamt durch verbale, aber auch
tätliche Angriffe auf antifaschistische Gruppen,
durch Flugblatt- und Aufkleberaktionen in den vergangenen
Monaten verstärkt in den Blickpunkt geraten ist.
Ihr Auftreten sei als gewaltbereit und aggressiv einzuschätzen.
Mehrere Täter, die dieser Gruppe zuzuordnen seien,
hatten 2008 ein Sommerlager der Linksjugend bei Neuental
überfallen.

Die
Zahl der rechtsextremistischen Straftaten im Kreis nahm
von 26 im Jahr 2008 auf 36 im vergangenen Jahr zu. 13
davon wurden in Bad Wildungen registriert - der Spitzenwert
im Landkreis. Gefolgt von Frankenberg (6) und Korbach
(5). Die Zunahme der rechtsextremistischen Straftaten
geht laut Polizei auf vermehrte Verwendung von Kennzeichen
verfassungsfeindlicher Organisationen zurück. Dabei
handele es sich meistens um Hakenkreuz-Schmierereien.
In Bad Wildungen hatte die NDP mehrfach auf dem Postplatz
geworben und angekündigt, bei der Kommunalwahl
2011 zu kandidieren. Jugendliche hatten in Odershausen
Hitlers Geburtstag gefeiert.
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Hakenkreuze
auf Außenwände von Sporthalle gesprüht
Haunetal-Neukirchen.
In der Nacht zu gestern wurden auf die Außenwände
der Sporthalle der Haunetalschule in der Heinrich-Ruppel-Straße
vier Hakenkreuze mit schwarzer Farbe aufgesprüht. Die
Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verwenden von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung
eingeleitet.
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Sachbeschädigung
Wehretal-Reichensachsen.
Die Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule in Reichensachsen
war Ziel eines ´rechten Schmierfinks´, der
ein Hakenkreuz und die Buchstaben "Hit" an der
Außenwand hinterließ. Neben Sachbeschädigung
(Schaden 500,- Euro) ermittelt die Eschweger Polizei auch
wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger
Organisationen.
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Pressemitteilungen
der Polizei:
Polizeipräsidium
Nordhessen am 30.03.2010:
Sachbeschädigung
In
der Pontaniestraße in Eschwege wurde die Hauswand
eines Mehrfamilienhauses mit einem Hakenkreuz in den
Maßen von 1,5 x 1,5 Metern in schwarzer Farbe
aufgesprüht. Die Tat muss sich gestern Abend zwischen
19.30 Uhr und 22.20 Uhr ereignet haben. Schaden: 500
EUR. Um 08.30 Uhr wird heute Morgen eine weitere Sachbeschädigung
gemeldet. An einem Garagentor in der Schillerstraße
wurden "SS-Runen" aufgesprüht.
Pressestelle
PD Werra-Meißner, KHK Künstler
Polizeipräsidium
Nordhessen
Polizeidirektion
Werra-Meißner - Pressestelle
Niederhoner
Straße 44, 37268 Eschwege
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Polizeipräsidium
Osthessen am 18.01.2010:
Wer
schmierte Hakenkreuz an Wohnungstür?
POL-HEF:
Medienmitteilung Nr. 1 vom Montag, 18.01.2010
Bebra.
Die Kriminalpolizei in Bad Hersfeld ermittelt wegen Verdachts
des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen,
Sachbeschädigung und Beleidigung. Was war geschehen?
Unbekannte haben am Sonntagmorgen, 17.01.2010, zwischen
02:00 Uhr und 03:00 Uhr mit weißer Sprühfarbe
an einer Wohnungstür eines Mehrfamilienhauses in
der Kasseler Straße, neben einem Hakenkreuz weitere
nicht druckreife Worte mit beleidigendem Inhalt, gesprüht.
Der angerichtete Sachschaden beträgt ca. 50,- Euro.
Gemäß Strafgesetzbuch Paragraf 86a wird das
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen,
wie in diesem Fall das Hakenkreuz, mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Dabei
handelt es sich um alles andere als ein Kavaliersdelikt!
Hinweise
bitte an die Polizei in Rotenburg, Tel.: 06623/9370
Polizeipräsidium
Osthessen - Pressestelle
Manfred Knoch
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