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25.
Februar 2007
Polizeiliche
Kriminalstatistik für Nordhessen 2006
Kriminalstatistik
2006:
mehr
Einsätze im rechtsextremen Bereich
Trotz
einer "exzellenten Bilanz der nordhessischen Polizei"
hat die Zahl der polizeilichen Einsätze im Zusammenhang mit
rechtsextremen Aktivitäten zugenommen. Von insgesamt 177 politisch
motivierten Straftaten waren 136 Fälle dem rechtsextremen Bereich
zuzuordnen. Insgesamt ist ein Rückgang von Delikten mit politischem
Hintergrund zu verzeichnen.
Das
Polizeipräsidium Nordhessen veröffentlichte am 23. Februar
die Kriminalstatistik für das Jahr 2006. Den Rückgang
der Straftaten führt Polizeipräsident Henning auch auf
die Arbeit der Polizei zurück: Auch diesen erneut
deutlichen Rückgang der Straftaten haben sich meine Kolleginnen
und Kollegen mit ihrer sehr engagierten und vor allem konsequenten
Arbeit hart erkämpft, erklärte Nordhessens
Polizeipräsident Wilfried Henning am 23. Februar 2007 bei
der Vorstellung der Kriminalstatistik. Wenn die Kriminalität
zurückgeht, ist das ein erheblicher Sicherheitsgewinn für
die Menschen in der Region und vor allem eine gute Botschaft für
unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, so der
Polizeichef. Anlass zur Sorge besteht bei uns in Nordhessen
und insbesondere auch in der Stadt Kassel wirklich nicht,
bekräftigt Henning. Auch wenn jede einzelne Straftat für
sich genommen natürlich noch eine Tat zuviel sei, lebten
die Menschen in Kassel und Nordhessen in einer sicheren Region.
Bei
der überwiegenden Anzahl der politisch motivierten Straftaten
in Nordhessen handelte es sich im letzten Jahr um Propagandadelikte.
Von insgesamt 177 Delikten waren 136 Fälle dem rechtsextremen
Bereich zuzuordnen.
Durch
eine hohe Sensibilität sowohl bei der Polizei als auch bei
anderen Behörden und Einrichtungen wie auch in der Öffentlichkeit
erfahre die Polizei oft im Vorfeld von geplanten Veranstaltungen
der Neonazis, so Henning. Wir gehen bei unseren Einsätzen
sehr konsequent vor und wollen damit auch ein deutliches Zeichen
setzen: Dieses rechtsextreme Gedankengut bekommt in Nordhessen
keinen Millimeter Raum, so der Polizeichef.
Rechtsextremisten,
auch die örtlichen Vertreter rechtsextremistischer Vereinigungen,
formulierten zuletzt immer wieder Kampagnen, die sich "gegen
linke Gewalt" aussprachen. Einmal mehr versuchen die Extremisten
so, sich als Mitte der Gesellschaft zu verkaufen und antifaschistische
Initiativen zu kriminalisieren. Die Betreiber rechtsextremistischer
Internetportale verweisen allesamt auch auf die Kampagne "Netz
gegen linke Gewalt". Die NPD plante für gestern, den
24. Februar 2007 einen Infostand in Bad Nauheim unter dem Motto:
"gegen linke Gewalt". Die Faschisten zeichnen das Bild
vom gewalttätigen "Linksfaschisten".
In
den 80er Jahren hätten Staat und Presse den ultra-nationalen
noch reichlich Zündstoff für ihre Kampagne geliefert.
Nachdem rechtsextremistische Straftaten von der Polizei nun immer
öfter auch als solche eingestuft werden, lässt sich
mit der aktuellen Kriminalstatistik für Nordhessen eines
ganz deutlich sagen: politisch motivierte Kriminalität geht
auch in Nordhessen vor allem von Rechten aus. Die Tendenz ist
steigend.
Einzelne
Vertreter linker Parteien, kommunaler Bündnisse oder der
Friedensbewegung in Nordhessen werden weiterhin von Aktivisten
der sogenannten "anti-antifa" (wikipedia)
bedroht. Auf der Internetseite der "Freien Kameradschaft
Kassel", die sich nach wachsendem Protest nun "Freier
Widerstand Kassel" nennt, unterhält Seitenbetreiber
Maksim B. aus Edermünde ein Forum, in dem angemeldete Kameraden
persönliche Daten und Fotos von den vermeintlichen Gegner
erhalten. Die sogenannten "Freien Kräfte" verstehen
sich als "autonome Nationalisten" und zeigen keine offenen
Strukturen. Bei der Organisation im Untergrund hilft heute das
Internet. Hier kommt die Kriminalistik nicht mehr mit. Für
die Betroffenen ist die Bedrohung jedoch ganz real. Vollmundige
Bekenntnisse des Polizeipräsidenten sind ihnen ein schwacher
Trost.
Überdies
erreichen antimanifest auch ganz aktuell wieder Berichte, wonach
die Polizei in Nordhessen bei Erstattung einer entsprechenden
Anzeige die Existenz einer rechtsextremen Szene leugnen soll.
Auch Opfer gewalttätiger Übergriffe wollen diese Erfahrung
gemacht haben. Ein solches Verhalten wäre unvereinbar mit
den Bekenntnissen des Polizeipräsidenten. Die Betroffenen
fühlen sich angesichts solcher Widersprüche hilflos
und sehen sich den Bedrohungen nun scheinbar ungeschützt
ausgeliefert.

Polizeiliche
Kriminalstatistik (PKS) Nordhessen 2006
herausgegeben
am 23. Februar 2007 vom Polizeipräsidium Nordhessen
Weniger
politische Straftaten, mehr Einsätze
im rechtsextremen Bereich
Insgesamt
ist ein Rückgang der gemeldeten Fälle politisch
motivierter Kriminalität (rechter, linker und extremistischer
Ausländerkriminalität) im Bereich des PP Nordhessen
im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50
Fälle (minus 28 %) zu verzeichnen. Aus dem rechtsextremen
Bereich waren es im letzten Jahr 136 Taten.
In
der überwiegenden Anzahl, namentlich 98 der insgesamt
177 Fälle mit politischem Hintergrund, handelte
es sich um sogenannte Propagandadelikte. Bei 11 Straftaten
aller gemeldeten Fälle waren Gewaltdelikte (Körperverletzung,
gefährliche Körperverletzung, Widerstand gg.
Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Eingriff in
den Bahnverkehr) zu verzeichnen.
Die
Zahl der polizeilichen Einsätze im Zusammenhang
mit rechtsextremen Aktivitäten nimmt zu,
erklärt Henning. Durch eine hohe Sensibilität
sowohl bei der Polizei als auch bei anderen Behörden
und Einrichtungen wie auch in der Öffentlichkeit
erfahre die Polizei oft im Vorfeld von geplanten Veranstaltungen
der Neonazis, so Henning. Wir gehen bei unseren
Einsätzen sehr konsequent vor und wollen damit
auch ein deutliches Zeichen setzen: Dieses rechtsextreme
Gedankengut bekommt in Nordhessen keinen Millimeter
Raum, so der Polizeichef. Sehr bedauerlich sei
es hingegen, wenn die Polizei zu spät von derartigen
Dingen erfahre, beispielsweise bei den Vorkommnissen
in der Silvesternacht in Riede. Wir können
nur handeln und solche Aktionen im Keim ersticken, wenn
wir sofort informiert werden, und nicht erst zwei Tage
später, erklärt Henning. Die Ermittlungen
seien dann auch ungleich schwerer zu führen.
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