8. November 2008
newsticker
rollt Atommüll durch Nordhessen?
Wieder ist ein Atommülltransport unterwegs von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben im Wendland.
Welche Route der Schienentransport durch Deutschland nehmen wird ist unklar.
Mit einem newsticker wollen wir Euch über die Entwicklung des Transports aus nordhessischer Sicht informieren.
Atomkraftgegner haben am Samstag mit einer Blockade in Rheinland-Pfalz den Atommülltransport von Frankreich ins niedersächsische Gorleben vorerst gestoppt. Nach Angaben eines Polizeisprechers ketteten sich am Mittag bei Berg in der Pfalz (Kreis Germersheim) drei Atomkraftgegner unter den Bahnschwellen an. Rund sechs Stunden nach Beginn der Protestaktion gelang es der Polizei, einen der drei angeketteten Demonstranten vom Gleisbett zu lösen, am Abend konnte eine zweite Person frei geschnitten werden. Der Zeitplan für den Transport könne nicht mehr eingehalten werden, sagte der Polizeisprecher. Durch die Blockade kann der Atommülltransport die Grenze zu Deutschland erst einmal nicht passieren. Seit 13.15 Uhr befindet er sich im Grenzort Lauterbourg im französischen Elsass.
In Gorleben demonstrieren laut Polizeiangaben 14.500 Menschen friedlich gegen den Atommülltransport in das Zwischenlager und den möglichen Bau eines Endlagers in dem dortigen Salzstock. Auch hätten sich 350 Bauern mit ihren Traktoren an den Protesten beteiligt. Die Veranstalter sprechen von 16.000 Teilnehmern.
Der Transport mit Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague soll bei Wörth in der Südpfalz die Grenze passieren und anschließend voraussichtlich über Karlsruhe und Heilbronn durch Baden-Württemberg in Richtung Norden rollen. Der Blockadeort bei Berg liegt kurz hinter der deutsch-französischen Grenze.
Samstag, 08.11.2008, 23.00 Uhr:
Der Transport steht nach über 10 Stunden Blockade noch immer vor der deutsch-französischen Grenze. Eine Person ist noch fest an dem Betonblock im Gleis angekettet. Inzwischen versucht man mit einem Endoskop herauszufinden, wie die Befestigung im Innern der Konstruktion aussieht.
Sonntag, 09.11.2008, 10.40 Uhr:
Um 4.04 Uhr in der Nacht hat die Staatsmacht den Weg für den Atommülltransport wieder frei gemacht. Die Behälter rollen wieder. Der Zug habe inzwischen Wörth am Rhein passiert.
Sonntag, 09.11.2008, 11.05 Uhr:
Der Zug befindet sich zwischen Gemünden und Fulda. Er soll bereits nach 17.00 Uhr in Lüneburg ankommen.
Sonntag, 09.11.2008, 11.30 Uhr:
Um etwa 11.15 Uhr hat der Transport stark strahlenden Materials Fulda passiert und ist nun im Eiltempo auf dem Weg nach Bebra.
Sonntag, 09.11.2008, 11.38 Uhr:
In Hünfeld musste der Atommüll-Zug aus noch ungeklärten Gründen stoppen.
Sonntag, 09.11.2008, 12.03 Uhr:
Ein Lok-Wechsel war vermutlich der Grund für den Aufenthalt in Hünfeld. Um 11.54 Uhr ist der Transport wieder in Richtung Bad Hersfeld gestartet.
Sonntag, 09.11.2008, 12.31 Uhr:
Bebra hat der Zug um 12.17 Uhr hinter sich gelassen und ist auf dem Weg nach Kassel!
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09.11.2008, 12.52 Uhr
Am Bahnhof Oberzwehren, dem letzten Haltepunkt vor dem ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, kündigt ein Hubschrauber die Durchfahrt des Atommülltransports an. Die Bahnsteige in Oberzwehren sowie die Fußgänger-Überführung zu den Gleisen sind geräumt und werden bewacht.
09.11.2008, 12.53 Uhr
Es sei ein Sicherheitsabstand von 6 Metern zu dem nun einfahrenden Zug einzuhalten, wurde anwesenden Reisenden knapp erklärt. Bessere Aufnahmen vom Zug waren leider nicht möglich, entsprechende Versuche wurden von Polizeibeamten unterbunden. Der Zug fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf den ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zu.
Samstag, 8. November 2008
Radio Freies Wendland
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letzte Aktualisierung: 09.11.08