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7.
Januar 2008
sogenannte
"Hessenrundfahrt" der NPD
NPD
Hessen auf Wahlkampftour
Unter
der Führung des Landesvorsitzenden Marcel Wöll ist die
hessische NPD in diesen Tagen auf Wahlkampftour durch Nordhessen.
Nach dem Start der Rundfahrt am Samstag in Fulda führte die
Route der Neofaschisten heute unter anderem durch Baunatal und Kassel.
In Kassel hatten sich bereits vor dem Eintreffen der NPD über
100 Menschen zu einem lautstarken Protest gegen den Auftritt der
Rechtsextremisten versammelt.
Als
sogenannte "Hessenrundfahrt" kündigte der Landesverband
der NPD in Hessen seine Wahlkampftour in der letzten Woche an. Beginnend
in Fulda will die rechtsextreme Partei im Rahmen des Wahlkampfes
täglich in fünf bis sechs Orten einer Region einen Infostand
betreiben. In der Presseerklärung ist von Lautsprecherwagen
und zahlreichen Fahnen die Rede.
Am
heutigen Montag stand die Region Kassel auf dem Plan. In Eschwege
wurde der Infostand der NPD am frühen Vormittag gesehen, von
dort führte die Route über Baunatal dann am Mittag nach
Kassel. In Baunatal hielten sich Wöll und Kameraden nur kurz
auf. Nachdem in Absprache mit der Polizei endlich ein Platz für
den Stand gefunden wurde, packten sie diesen nach kurzer Zeit wieder
ein, ohne dass auch nur ein rassistisches Infoblatt verteilt wurde.
In
Kassel warteten NPD-Gegner dann schon auf den Wahlkampfbus der
rechtsextremen Partei. Über hundert Menschen versammelten
sich um den Infostand und machten so jedes Werben der NPD-Kandidaten
unmöglich. Gewerkschaften, Grüne, DIE LINKE und weitere
Gruppen hatten unter anderem Plakate, Trillerpfeiffen und braune
Öko-Mülltonnen mitgebracht. Sie zeigten so gemeinsam
mit Passanten laut und deutlich, dass es keinen Zentimeter Raum
gibt für vorbestrafte Holocaust-Leugner und Gewalttäter,
für Neofaschismus und Rassismus. Die Anhänger der NPD
setzten teilweise ein verkrampftes Lächeln auf. Der junge
Marcel Wöll bediente sich zeitweise der Lautsprecheranlage
und las dabei von einem Zettel ab. Vor ihm positionierte sich
breit grinsend ein Helfer, der mit einer Videokamera die Teilnehmer
des antifaschistischen Protests ununterbrochen ins Visier nahm.
Der Protest blieb aber ausnahmslos friedlich und die Polizei hielt
sich mit Eingriffen zurück. So konnte man schon nach kurzer
Zeit die NPD wieder verabschieden.
Im
Schwalm-Eder-Kreis waren die Kandidaten und Wahlhelfer der "Nationaldemokraten"
am Mittwoch auf Tour. Engagierte junge Schülerinnen und
Schüler hatten darum noch kurzfristig zu einem spontanen
Protest gegen den Auftritt der NPD aufgerufen. Sie bringen in
einer Presseerklärung (siehe unten)
ihre Wut darüber zum Ausdruck, dass ihnen der Protest von
den Behörden nicht mehr genehmigt wurde.
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07.01.08,
Vormittag
Baunatal,
Stadtzentrum
Der
Landesvorsitzende Marcel Wöll und der Tourbus der NPD
ohne Plan.
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Ein
Infotisch sucht seinen Platz.
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
Die
junge Partei-Elite bei einheitlicher Präsentation
der Fahnen.
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
Mike
Sawallich, örtlicher Aktivist der rechten Szene,
unterstützt die NPD in Kassel.
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
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Kassel,
Untere Königsstraße / Am Stern
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Bad
Arolsen, Kreis Waldeck-Frankenberg
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Bad
Arolsen, Kreis Waldeck-Frankenberg
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weitere
Stationen der NPD-Tour:

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10.01.08
Donnerstag
Limburg-Weilburg
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NPD-Wahlkampftour
im Kreis Limburg-Weilburg
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Donnerstag seinen Wahlkampf in
Weilmünster,
Weilburg, Hadamar, Limburg, Bad Camberg,
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11.01.08
Freitag
Lahn-Dill-Kreis
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NPD-Wahlkampftour
im Lahn-Dill-Kreis
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Freitag seinen Wahlkampf in
Haiger,
Dillenburg, Herborn, Ehringshausen, Asslar, Wetzlar
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12.01.08
Samstag
Wetterau
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NPD-Wahlkampftour
in der Wetterau
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Samstag seinen Wahlkampf in
Butzbach,
Karben, Bad Vilbel, Friedberg, Büdingen, Ortenberg
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14.01.08
Montag
Main-Kinzig-Kreis
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NPD-Wahlkampftour
im Main-Kinzig-Kreis
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Montag seinen Wahlkampf in
Bruchköbel,
Rodenbach, Neuengronau, Altengronau, Gelnhausen
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15.01.08
Dienstag
Vogelsberg-kreis
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NPD-Wahlkampftour
im Vogelsbergkreis
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Dienstag seinen Wahlkampf in
Nidda,
Schotten, Lauterbach, Schlitz, Alsfeld
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16.01.08
Mittwoch
Marburg-Biedenkopf
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NPD-Wahlkampftour
im Kreis Marburg-Biedenkopf
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Mittwoch seinen Wahlkampf in
Marburg,
Cölbe, Dautphetal, Gladenbach, Weimar
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24.01.08
Donnerstag
Gießen
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NPD-Wahlkampftour
im Raum Gießen
Der
hessische Landesvorsitzende der NPD, Marcel Wöll,
hat für Donnerstag seinen Wahlkampf in
Gießen,
Lich, Hungen, Laubach, Grünberg
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Pressespiegel:
Hessisch
Niedersächsische Allgemeine HNA online vom 07.01.2008
Proteste
gegen NPD
Nordhessische
Neue Zeitung online am 07.01.2008
NPD
wurde in Kassel von 100 Gegnern übertönt
Hessisch
Niedersächsische Allgemeine HNA online vom 08.01.2008
Brauner
Spuk war schnell vorbei
Hessisch
Niedersächsische Allgemeine HNA online vom 08.01.2008
Mit
Pavarotti gegen Rechts

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Pressemitteilung
der Linksjugend ['solid] Schwalm-Eder-Kreis
zu
den Ständen der NPD im Schwalm-Eder-Kreis am
gestrigen Mittwoch, den 9. Januar 2008
Staatliche
Repression verhindert antifaschistisches Engagement
Vielen
Dank, lieber Staatsschutz, liebe Polizei, liebe
Ordnungsämter,
da
sammeln sich einige engagierte und couragierte
Jugendliche, die gegen die NPD-Stände im
Schwalm-Eder-Kreis in Ziegenhain, Treysa und Frielendorf
demonstrieren wollen und was macht die Polizei?
Unterbindet dieses Engagement indem sie uns unser
Recht auf freie Meinungsäußerung im
Zuge einer Spontandemo absprechen. Das ist
keine Spontandemo mehr., hieß es da
von Seiten des Ordnungsamtes Schwalmstadt, unterstützt
durch Polizei und Staatsschutz. Warum, fragen
wir. Weil es nicht mehr spontan ist.,
wird uns entgegnet. Doch was heißt spontan?
Natürlich ist klar, dass das Auslegungssache
ist. Spontandemos sind möglich, wenn aus
aktuellem Anlass, für den die 48-Stunden-Frist
nicht mehr einzuhalten ist, eine (Gegen)demo also
nicht mehr rechtzeitig angemeldet werden kann,
Personen zu einer Eilversammlung oder
Spontanversammlung zusammen kommen.
Dies war eine solche Situation. Mit der Begründung,
der Aufruf zur Demo sei bereits gestern, also
einen Tag vor der Demo, auf unserer Homepage erschienen,
wurde uns dieses Recht abgesprochen. Tatsache
ist aber, dass der Homepageeintrag zuerst einmal
SEHR SPÄT, also erst abends 20Uhr, eingetragen
wurde und zudem ein Großteil der Personen,
die sich an der Spontandemo beteiligen wollten
noch später davon erfuhren. Uns aus diesem
Grund die Spontanität abzusprechen, ist also
klare staatliche Willkür. Dies hatte zur
Folge, dass die NPD im GESAMTEN Schwalm-Eder-Kreis
ihre Stände von der Polizei geschützt
ohne jeglichen Protest hatten und ihr volksverhetzendes
Material verteilen konnten. In ihrem NPD
Tagebuch, das jeden Tag ihrer Wahlkampftour
als Kurzfilm auf youtube.com darstellt, konnten
sich die Neonazis nun damit brüsten, dass
sie enttäuscht vom antifaschistischen
Widerstand seien und ruhmreich den Abzug
der demokratischen Kräfte in Ziegenhain
feiern, der angeblich auf Grund der geringen Zahl
an Protestlern von statten ging. Von der staatlichen
Repression, die wir erfuhren ist natürlich
keine Rede.
Es
ist nicht das erste Mal, dass mit staatlicher
Repression antifaschistisches Engagement im Schwalm-Eder-Kreis
unterbunden wird. Bei einer Plakatierungsaktion
in Fritlar wurden im Juli des letzten Jahres Mitglieder
von [solid] Schwalm-Eder-Kreis von der Polizei
gefasst mehrere Stunden lang ohne jegliche Beweise
festgehalten. Dabei war gerade diese Aktion organisiert
worden, um Kritik an der polizeilichen Willkür
in Fritzlar zu üben, die Anfang Juli einer
jungen Frau, die in einer Fritzlaer Kneipe von
Rechtsextremen belästigt, beleidigt und körperlich
angegriffen wurde, verweigerten, ihre Anzeige
aufzunehmen - mit der Begründung, dass sie
dies nicht interessiere.
Wir
lassen uns nicht unterkriegen, wenn so viele schweigen,
müssen wir noch lauter schreien!
['solid]
Schwalm-Eder-Kreis
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Marcel
Wöll
Marcel
Wöll (* 1983), wohnhaft in Butzbach/Hoch-Weisel,
ist ein führender Aktivist der neonazistischen Freien
Kameradschaften, der bundesweit als Redner auf rechtsextremen
Kundgebungen und Demonstrationen auftritt. Er ist Landesvorsitzender
der NPD für Hessen, Mitglied des Wetterauer Kreistags
und Stadtverordneter in Butzbach. (...)
Er
ist von Beruf Schreinergeselle. Marcel Wöll ist verheiratet
und hat einen Sohn. Seine Frau Janine Wöll ist ebenfalls
für die NPD aktiv und hat bei der Kommunalwahl im
Wetteraukreis am 26. März 2006 erfolglos auf derselben
Wahlliste kandidiert wie Marcel Wöll.

Seine
politische Einstellung ist als rechtsextrem einzustufen.
Er ist im neonazistischen Bereich eine der aktivsten Persönlichkeiten.
Wöll tritt seit 2004 bundesweit als Redner und Organisator
von Neonazi-Aufmärschen in Erscheinung. Er ist Kameradschaftsführer
der Freien Nationalisten Rhein-Main, die einen
reformierten Nationalsozialismus propagieren
und mit ihren Aktionen bereits zahlreiche Jugendliche
aus dem neonazistischen Bereich für sich gewinnen
konnten. (...)

Am
21. Februar 2006 wurde Wöll durch ein Nachrückverfahren
Abgeordneter des Kreistages der Wetterau. Am 8. Juni attackierten
Wöll und drei weitere NPD-Mitglieder Aktivisten des
Jugendverbands ['solid] auf der Tribüne des Kreistages
in Friedberg während einer Sitzung dieses Gremiums.
Die Jugendlichen hatten mit Genehmigung des Kreistagspräsidiums
vor dem Gebäude mit Flugblättern für ein
Verbot der NPD geworben. Wöll wurde daraufhin wegen
groben Verstoßes gegen die Geschäftsordnung
des Kreistages von der weiteren Sitzung ausgeschlossen.
Am
7. August 2007 wurde der mehrfach wegen Körperverletzung
vorbestrafte Wöll vom Friedberger Amtsgericht wegen
Volksverhetzung zu vier Monaten Haft ohne Bewährung
verurteilt. In einer Kreistagssitzung hatte er das Konzentrationslager
Auschwitz als Stätte des sogenannten nationalsozialistischen
Terrors bezeichnet. (...)
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